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Samsung will mit KI-Offensive gegen Apple punkten

Samsung verlor nach mehr als einem Jahrzehnt den ersten Platz im Smartphone-Markt an Apple. Nun will der südkoreanische Konzern die Ära des KI-Smartphones einläuten.

Samsungs Smartphone-Chef TM Roh stellt in San Jose die neue Top-Gerätereihe des Konzerns vor.
Foto: Andrej Sokolow/dpa

Samsung plant, Künstliche Intelligenz einzusetzen, um mit seinem kommenden Top-Smartphone gegen das iPhone von Apple anzutreten. In der Galaxy-S24-Serie wird KI-Software verwendet, um unter anderem Bilder zu optimieren, Texte zu summarisieren und Gespräche zu übersetzen.

Samsung führte die Premiere mit einer Lichtshow auf einer großen Bühne im Silicon Valley durch, nur wenige Kilometer von der Apple-Zentrale entfernt. Ein auffälliges Merkmal der neuen Generation ist der kantige Rahmen der Basis-Varianten S24 und S24+, der sehr stark an die Konturen der neuesten iPhones erinnert.

Samsungs Smartphone-Chef TM Roh versprach in der Arena, in der sonst das Eishockey-Team San Jose Sharks spielt, KI-Innovationen, die das Leben einfacher machen sollen. Sein Anspruch: Samsung werde den «globalen Standard für mobile Künstliche Intelligenz setzen». Und das S24 sei «das erste KI-Telefon».

Funktionen bleiben nicht kostenlos

Die S24-Reihe ermöglicht unter anderem Echtzeit-Übersetzungen von Telefonanrufen und Unterhaltungen in 13 Sprachen, einschließlich Deutsch. Die Software hat die Fähigkeit, Spiegelungen in Fotos zu entfernen. Herkömmliche Videos können nachträglich in Zeitlupenaufnahmen umgewandelt werden, indem die Software zusätzliche Bilder künstlich erstellt.

Einige KI-Funktionen, wie die Computer-Übersetzung bei Telefonanrufen, basieren auf der internen Entwicklung von Samsung. Für andere Funktionen hat der KI- und Suchmaschinen-Gigant Google als Kooperationspartner einen Großteil seiner Technologie bereitgestellt. Ein Beispiel dafür ist eine Suchfunktion, bei der es ausreicht, ein Wort, einen Satz oder ein Objekt auf dem Bildschirm des Smartphones zu umkreisen. Sofort erscheinen am unteren Ende des Displays die Ergebnisse der Google-Suche. Das Internetunternehmen bringt diese Funktion auch auf sein eigenes Smartphone Pixel 8.

TM Roh deutete an, dass in Zukunft nicht alle Funktionen auf Basis von Künstlicher Intelligenz kostenlos bleiben könnten. Er sagte, dass einige Kunden bereit sein könnten, für fortgeschrittenere Funktionalität zu bezahlen. Auf der anderen Seite könnten Basis-Lösungen weiterhin kostenlos angeboten werden. Die Entscheidung, wo die Grenze zwischen kostenlos und kostenpflichtiger KI gezogen wird, müsse aufgrund verschiedener Faktoren getroffen werden.

Samsung hat angekündigt, dass sie ihre Geräte für eine lange Lebensdauer ausrichten wollen: Neue Smartphones sollen für einen Zeitraum von sieben Jahren mit Sicherheits-Updates versorgt werden.

Sammeln von Gesundheitsdaten

Samsung plant, in der zweiten Jahreshälfte einen vernetzten Ring auf den Markt zu bringen, um Gesundheitsdaten zu sammeln. Hon Pak, der Chef von Samsungs Gesundheitsgeschäft, bestätigte dies. Das Gerät richtet sich insbesondere an Kunden, die auch während des Schlafes Informationen sammeln möchten, aber keine Lust haben, nachts eine Computer-Uhr zu tragen.

Samsung hat noch keine Informationen über konkrete Funktionen oder den Preis des neuen Top-Smartphones Galaxy S24 bekannt gegeben. Allerdings wurde am Rande der Vorstellung ein funktionsfähiger Prototyp gezeigt. Dieser Ring ist extrem leicht und besteht aus Titan. Im Gegensatz zu anderen Anbietern kann dieser Ring unter anderem den Puls und die Aktivität messen.

Mit seinen zahlreichen Nutzern könnte Samsung der Produktkategorie einen größeren Schub verleihen als bisherige kleinere Anbieter auf dem Markt.

Samsung präsentierte sein Spitzenmodell erstmals seit über zehn Jahren nicht als führendes Smartphone: Laut der Analysefirma IDC eroberte Apple im vergangenen Jahr erstmals den Thron. Francisco Jeronimo, Experte des Unternehmens, fand dies bemerkenswert, da ein iPhone 2,5-mal teurer ist als ein durchschnittliches Smartphone. Samsung behielt seine Spitzenposition im Verkauf dank des breiten Angebots an Modellen in verschiedenen Preisklassen, während Apple weiterhin die meisten Gewinne auf dem Markt erzielte.

dpa