Bankkunden müssen wachsam sein und sich vor ausgefeilten Tricks schützen, da hundertprozentiger Schutz nicht möglich ist.
Anstieg von Cyberangriffen auf Bankkunden in Deutschland

Bankkunden in Deutschland sollten laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit zunehmenden Angriffen von Betrügern rechnen. Die Zahl der Fälle steigt, so BSI-Präsidentin Claudia Plattner am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung des Bankenverbands in Frankfurt.
In vielen Fällen würden die Angreifer gewinnen, auch wenn Banken schon viel in Abwehrmaßnahmen investiert hätten. Verbraucher müssten sich bei zweifelhaften Mails oder Anrufen immer fragen: «Sollte ich da wirklich drauf klicken? Sollte ich da wirklich zurückrufen?» Immerhin schwäche sich das Wachstum bei den Cyberangriffen ab.
«Die Betrüger sind ungeheuer gewieft»
Ingrid Hengster, Deutschlandchefin der britischen Barclays Bank und im Vorstand des Bankenverbands für das Thema Cyberbetrug zuständig, warnte vor ausgefeilten Tricks. «Die Betrüger sind ungeheuer gewieft.»
Es ist wichtig, dass Verbraucher immer aufmerksam sind, ihre Passwörter schützen und niemals weitergeben. Betrügerische Angriffe betreffen nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge.
Banken schulten ihre Mitarbeiter, indem sie etwa Angriffe auf Kundenkonten simulierten. Auch gäben sie Warnhinweise bei auffälligen Zahlungen, sagte Hengster. «Den hundertprozentigen Schutz gibt es aber nicht.»
Viele Bankkunden betroffen
Angriffe auf Bankkunden sind weit verbreitet: Laut einer Umfrage des Bankenverbands im Herbst 2025 gaben knapp ein Viertel der gut 1.000 Befragten an, innerhalb von zwei Jahren Opfer eines erfolgreichen oder versuchten Online-Betrugs geworden zu sein. Die häufigsten Angriffsszenarien betreffen demnach Online-Shopping (34 Prozent), Phishing (30 Prozent) und Identitätsbetrug (22 Prozent).
Kriminelle geben sich beim Phishing beispielsweise als vertrauenswürdige Stellen wie Banken oder Behörden aus, um über gefälschte E-Mails oder Websites an Passwörter, Kreditkartennummern oder Bankdaten zu gelangen.
Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Ratgebers Finanztip, warnte vor Methoden, mit denen Bankkunden dazu gebracht werden, Geld auf Konten von Betrügern zu überweisen. Besonders wenn das Geld ins Ausland fließe, zum Beispiel nach Malta, gestalte sich die Strafverfolgung äußerst schwierig.








