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Siemens startet stark ins neue Geschäftsjahr

Umsatz und Gewinn steigen, trotz schlechter Industrieautomatisierung und Verkauf von Siemens-Energy-Anteilen.

Siemens geht für das Geschäftsjahr 2023/24 von einem weiteren Umsatz- und Gewinnplus aus.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Siemens hat das neue Geschäftsjahr mit einem höheren Umsatz und Gewinn begonnen. Obwohl die Industrieautomatisierung im Vergleich zum Vorjahresquartal schlechter lief, da Kunden ihre Lagerbestände aufgrund der trägen Konjunktur abbauten, konnte dies durch ein starkes Geschäft mit Software, Gebäudetechnik und Zügen mehr als ausgeglichen werden. Laut Siemens stieg der Quartalsgewinn um 56 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

Der Verkauf von Siemens-Energy-Anteilen an den eigenen Pensionsfonds trug auch dazu bei, mit einer halben Milliarde Euro beizutragen. Dadurch besitzt Siemens nur noch 17,1 Prozent des angeschlagenen Energietechnikunternehmens. Im ersten Quartal des Siemens-Geschäftsjahrs 2023/24 stieg der Konzernumsatz um zwei Prozent auf 18,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich ebenfalls um zwei Prozent auf 22,3 Milliarden Euro. Ein Viertel davon entfiel auf die Zugsparte, die zwei Großaufträge aus Österreich verbuchte und relativ klein ist.

Der Vorstandsvorsitzende Roland Busch bestätigte, dass der Auftragsbestand von Siemens mit 113 Milliarden Euro ein Allzeithoch erreicht habe. Er bekräftigte auch die Jahresprognose, dass der Umsatz und der Gewinn des vergangenen Rekordjahres übertroffen werden sollen. Die Aktionäre, die zur virtuellen Hauptversammlung in München eingeladen waren, können eine Erhöhung der Dividende um 45 Cent auf 4,70 Euro je Aktie erwarten.

Bereich Industrieautomation schwächelt

In der Industrieautomation zeigten sich Bremsspuren. Das Softwaregeschäft war zwar stärker, aber der Umsatz des Bereichs Digital Industries ging zurück. Der Auftragseingang brach um fast ein Drittel auf 4,0 Milliarden Euro ein und das Ergebnis fiel um 20 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro. Finanzvorstand Ralf Thomas erklärte, dass das träge wirtschaftliche Umfeld den Auftragseingang bei der Automatisierung belaste. Vor allem die Maschinenbau-Kunden investierten weniger und die Lagerbestände würden abgebaut. In China könnte sich dieser Trend bis in die zweite Jahreshälfte hinziehen.

Neue Höchstwerte bei der smarten Gebäudetechnik

Im zweiten Kerngeschäft, dem Bereich smarte Gebäudetechnik, lief es besser. Die steigende Nachfrage nach Rechenzentren und im Bereich Energieverteilung half dabei, den konjunkturellen Gegenwind bei den kurz zyklischen Geschäften auszugleichen. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro und der Auftragseingang erhöhte sich leicht auf 5,8 Milliarden Euro. Dieser Bereich erreichte neue Höchstwerte mit einem Ergebniszuwachs von 26 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro und einer Ergebnismarge von 18,3 Prozent vom Umsatz.

Erfolgreiche Zugsparte

Auch im ersten Quartal lief es in der vergleichsweise kleinen Zugsparte sehr gut. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro aufgrund der Abarbeitung des Auftragsbestands bei Zügen und in der Bahninfrastruktur sowie eines starken Servicegeschäfts. Das Ergebnis stieg um 29 Prozent auf 251 Millionen Euro und die Marge erreichte – im Vergleich zur Konkurrenz – starke 9,3 Prozent.

Wünschen mancher Investoren, Siemens solle sich stärker fokussieren und die Zugsparte oder die Medizintechnik verkaufen, begegnete Vorstandschef Busch zurückhaltend. Es gebe Synergien, und es sei vorteilhaft, Technologie auf breiter Basis zu skalieren, sagte er. «Alle unsere Geschäfte spielen in der Champions League.»

dpa