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Siemens und Nvidia rufen neue industrielle Revolution aus

Virtuelle Fabriken bauen, Roboter trainieren, Probleme lösen, bevor sie entstehen – was Siemens und Nvidia jetzt mit KI-Anwendungen industriell möglich machen wollen.

Siemens und Nvidia weiten ihre Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz deutlich aus.
Foto: Christoph Dernbach/dpa

Siemens und Nvidia erweitern ihre Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz. In der Keynote-Ansprache zur Eröffnung der Technikmesse CES kündigten Siemens-CEO Roland Busch und Nvidia-Chef Jensen Huang mehrere Initiativen an, um KI nicht nur bei der Simulation von Arbeitsabläufen und Designveränderungen einzusetzen, sondern den KI-Einsatz stärker in die physische Realität zu integrieren. «Wir stehen am Anfang einer neuen industriellen Revolution», sagte Huang.

Fabriken in Echtzeit simulieren

Zu den konkreten Neuerungen gehört der «Digital Twin Composer». Das ist ein neues Tool, mit dem Unternehmen physikalisch korrekte, virtuelle Abbilder (Digitale Zwillinge) ihrer Fabriken und Produkte erstellen können. Ingenieure sollen damit ganze Fabriken in Echtzeit simulieren, Roboter virtuell trainieren und Probleme lösen, bevor die echte Fabrik überhaupt gebaut wird.

Siemens und Nvidia haben angekündigt, gemeinsam ein Betriebssystem für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Industrie zu entwickeln. Siemens bringt sein Fachwissen zu industriellen Prozessen, Automatisierungshardware und Software ein. Nvidia steuert seine Chips für die KI-Infrastruktur sowie eine Simulationsplattform bei.

Busch erklärte, dass es mit den neuen Tools möglich sei, bei der Konstruktion von Zügen oder Autos nicht nur in einem virtuellen Windkanal die Aerodynamik der Fahrzeuge zu erfassen, sondern mithilfe der KI konkrete Vorschläge zur Optimierung des Designs zu erarbeiten.

Metaverse in der Fabrikhalle

Siemens arbeitet bei einer weiteren Neuerung mit dem US-Facebook-Konzern Meta zusammen. Es handelt sich um intelligente Brillen, mit denen Industriearbeiter KI-gestützte Anweisungen direkt in ihr Sichtfeld oder aufs Ohr bekommen, während sie an Maschinen arbeiten.

Siemens positioniert sich mit den Aussagen von CEO Busch in Las Vegas stärker als Technologieanbieter für industrielle KI und digitalisierte Produktion – weg vom klassischen Maschinenbauer, hin zu einem «Tech-Partner für KI in der realen Welt».

dpa