Der Thüringer Maschinenbauer Eliog hat Insolvenz angemeldet, nachdem Aufträge weggebrochen sind. 74 Mitarbeiter stehen vor ungewisser Zukunft, während die Geschäftsführung um eine Sanierung kämpft.
So steht es um Eliog: Insolvenz im Spezialmaschinenbau und was nun folgt.

Die Zukunft des Unternehmens Eliog in Thüringen steht auf der Kippe. Aufgrund eines signifikanten Rückgangs an Aufträgen sieht sich der Maschinenbauer gezwungen, Insolvenz anzumelden. Dies ist kein Einzelfall, sondern spiegelt die gegenwärtige Krise in der deutschen Industrie wider.
Insolvenzantrag beim Amtsgericht Meiningen
Der Industrieofenspezialist Eliog hat beim Amtsgericht Meiningen Insolvenz beantragt. Stefan G. Mairiedl, der seit April 2026 als Sanierungsgeschäftsführer tätig ist, äußerte:
„Ziel des Verfahrens ist es, die Substanz des Unternehmens zu erhalten, einen Sanierungsplan voranzutreiben und möglichst mit tatkräftiger Unterstützung eines Investors umzusetzen.“
Aktuell bangen 74 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze.
Geschichte des Unternehmens
Eliog wurde 1924 in Düsseldorf gegründet. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion 1943/44 nach Römhild in Südthüringen verlagert. Dort wurde das Unternehmen auch in der DDR als VEB Elektro-Industrieofen- und Gerätebau fortgeführt. Seit 2011 gehört Eliog zur familiengeführten Rupprecht-Gruppe.
Marktposition und Herausforderungen
Der Thüringer Weltmarktführer ist auf die Herstellung von Spezialöfen für die Industrie, insbesondere im Autobau, spezialisiert. Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage hat jedoch dazu geführt, dass Aufträge entweder verschoben oder ganz abgesagt werden. Dirk Eichelbaum von dhmp Restrukturierung, der das Unternehmen als Generalbevollmächtigter unterstützt, erklärte:
„Eliog Industrieofenbau steht exemplarisch für den spezialisierten ost- und mitteldeutschen Maschinenbau: technisch anspruchsvoll, international tätig, mittelständisch geprägt.“
Dennoch fehlen die Aufträge.
Arbeitsplatzabbau in der Industrie
Eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY zeigt, dass im vergangenen Jahr in der deutschen Industrie rund 120.000 Stellen abgebaut wurden. Die Ursachen hierfür sind unter anderem hohe Energiepreise, steigende Personalkosten und das geopolitische Umfeld. Zuletzt meldete auch der Traditionsmaschinenbauer Saftig im Westerwald Insolvenz an.
Ausblick auf die Branche
Jan Brorhilker von EY in Deutschland äußerte:
„Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise – 2025 war das zweite Jahr in Folge mit einem rückläufigen Umsatz, und eine Trendwende ist nicht in Sicht.“
Um ein weiteres Schrumpfen der Beschäftigung zu verhindern, sei ein deutlicher wirtschaftlicher Aufschwung notwendig.
Quellen: t-online, insuedthueringen
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