Hunderttausende Wohnungen fehlen in Deutschland. Doch die Baubranche steckt in einer tiefen Krise. Immerhin ist die Zahl der Neubauten nicht eingebrochen.
So viele neue Wohnungen wurden 2023 in Deutschland gebaut

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland etwa 295.000 Wohnungen fertiggestellt. Die Zahl der neuen Wohnungen liegt damit knapp unter dem Wert des Vorjahres, wie die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen erfuhr.
Table.Briefings berichtete zuerst darüber und bezog sich auf Branchenkreise, die sich auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts beriefen. Die Bundesregierung hatte als Zielmarke 400.000 neue Wohnungen pro Jahr ausgegeben.
Das Bundesbauministerium betonte: «Die Baufertigstellungszahlen werden vom Statistischen Bundesamt erst am kommenden Donnerstag veröffentlicht.» Ein Sprecher sagte weiter: «Sollten sich die nun vorab in den Medien genannten Zahlen bestätigen, wäre das eine starke Leistung der Baubranche, die zeigt, dass die Branche stabil durch die Krise kommt und Arbeitsplatzverluste vermieden werden.»
Studie: 800.000 Wohnungen fehlen
Die Kosten für Bauvorhaben sind in den letzten zwei Jahren aufgrund des deutlichen Anstiegs der Kreditzinsen und der Baukosten stark gestiegen. Die Branche hatte erst im April über einen Mangel an neuen Aufträgen und Stornierungen bereits geplanter Projekte geklagt.
Die Beratungsfirma DIW Econ hat im Auftrag des Verbändebündnisses Wohnungsbau festgestellt, dass rund jeder siebte Arbeitsplatz und 17 Prozent der Steuereinnahmen mit der Baubranche in Verbindung stehen. Prognosen deuten darauf hin, dass die Zahl der jährlich neu gebauten Wohnungen bis 2026 um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen könnte.
Gemäß einer Studie des Bauforschungsinstituts Arge sind die Baukosten in den letzten vier Jahren in Großstädten um 42 Prozent gestiegen. Gleichzeitig stiegen die Bauzinsen. Arge zufolge fehlen in Deutschland mittlerweile etwa 800.000 Wohnungen – insbesondere bezahlbare.








