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Städte in Deutschland hinken beim Solarausbau hinterher

Nur weniger als zehn Prozent der Städte haben genug neue Solarstrom-Anlagen installiert, um das 1,5-Grad-Limit einzuhalten. Schlusslichter müssen ihr Ausbautempo um 350 Prozent steigern.

«Wo bleibt das Deutschlandtempo bei der Solarenergie auf Dächern?»: DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz (Symbolbild).
Foto: Sina Schuldt/dpa

Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hinken die meisten Großstädte in Deutschland beim Solarausbau teils deutlich hinterher.

Weniger als zehn Prozent der Städte haben in den letzten zwei Jahren genug neue Solarstrom-Anlagen installiert, um das 1,5-Grad-Limit einzuhalten. Dies geht aus einer Auswertung von Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur hervor, wie die DUH am Freitag in Berlin mitteilte.

Potsdam, Lübeck und Bremerhaven als Schlusslicht

Laut der Umwelthilfe sind von allen 82 deutschen Großstädten nur Oldenburg, Paderborn, Regensburg, Neuss, Oberhausen, Gütersloh und Erlangen auf einem sehr guten Weg. Die Schlusslichter Potsdam, Lübeck und Bremerhaven müssten ihr Ausbautempo um 350 Prozent erhöhen, um das 1,5-Grad-Limit zu erreichen.

Gemäß dem Pariser Klimaabkommen soll die globale Erwärmung idealerweise auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden, auf jeden Fall jedoch auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Nur so kann eine widerstandsfähige Entwicklung gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels sichergestellt werden.

«Wo bleibt das Deutschlandtempo bei der Solarenergie auf Dächern?», fragte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. «Gemessen am Pariser Klimaabkommen sind wir weit entfernt von einer zufriedenstellenden Ausbaurate in deutschen Städten.» Bund und Länder sollten dafür sorgen, «dass die Kommunen den dringend nötigen Sonnen-Turbo starten können.» Die DUH fordere die Einführung eines bundesweiten Solarstandards im Neubau sowie bei Renovierung auch im Bestand. Zudem sei ein deutlicher Bürokratieabbau erforderlich.

dpa