Deutschland produziert zunehmend überschüssigen Solarstrom und verschenkt diesen ins Ausland, während Steuerzahler hohe Prämien zahlen. Experten warnen vor den finanziellen Folgen und fordern ein flexibleres Energiesystem.
Solarstrom: Negativ-Rekord! Deutschland macht irres Strom-Geschenk ans Ausland!

Berlin – Mit steigenden Temperaturen und längeren Sonnenscheinstunden produziert Deutschland zunehmend mehr Solarstrom, als es selbst benötigt. So kam es am vergangenen Wochenende dazu, dass die Solaranlagen so viel Ökostrom erzeugten, dass dieser ins Ausland verschenkt werden musste. Zudem erhielten ausländische Energieversorger eine Prämie, die von den deutschen Steuerzahlern finanziert wird.
Der negative Börsenpreis für Strom erreichte am Sonntag einen Höchststand von 48 Cent pro Kilowattstunde. Dies bedeutet, dass ausländische Anbieter nicht nur kostenlosen Strom erhielten, sondern zusätzlich eine Prämie von bis zu 48 Cent pro abgenommener Kilowattstunde.
„Das ist wie eine Entsorgungsgebühr für Strommüll“, äußerte sich Energieexperte Prof. Manuel Frondel (60, Institut RWI) zu dieser Situation. Er kritisierte: „Der Steuerzahler muss immer mehr den Sonnenschein fürchten!“
Ein weiteres Problem ist, dass auch die deutschen Produzenten des überschüssigen Solarstroms von dieser Situation profitieren. Sie erhalten bis zu 40 Cent pro produzierter Kilowattstunde. Dies führt insgesamt zu Kosten von bis zu 88 Cent für Strom, der nicht benötigt wird.
Die Nachbarländer Österreich und die Schweiz nutzen diese Gelegenheit und pumpen den subventionierten deutschen Strom in ihre Pumpspeicherkraftwerke. Später verkaufen sie diesen Strom, wenn Deutschland ihn benötigt, zu einem höheren Preis zurück.
Prof. Frondel warnte: „Wir bauen Jahr für Jahr immer mehr Solarstromkapazitäten auf, allein 2025 werden es knapp 20 Prozent zusätzliche Kapazitäten sein. Das darf so nicht weitergehen, denn das verursacht Zusatzkosten im Milliardenbereich.“ Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) plant, die private Solarförderung zu beenden.
Demgegenüber steht die Meinung von Energie-Ökonom Lion Hirth (Hertie School), der betont: „Wir brauchen mehr Solarenergie. Aber wir müssen das System so umbauen, dass man es flexibler nutzen kann. Wir benötigen beispielsweise Speicher und intelligente Stromzähler. Damit können Verbraucher den Strom vor allem dann nutzen, wenn er günstig oder im Überfluss vorhanden ist.“
Aktuell profitieren nur wenige Verbraucher von den extrem niedrigen Preisen, da dafür ein dynamischer Stromtarif und ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter) erforderlich sind. Deutschland hinkt jedoch bei der Installation solcher Zähler hinterher und nutzt weiterhin veraltete Modelle.
Die Umstellung auf moderne Speichertechnologien bringt zudem hohe Kosten mit sich. Ein großer Batteriespeicher mit einer Kapazität von 2.000 MWh kostet etwa 250 Millionen Euro und könnte theoretisch eine Großstadt für einige Stunden mit Strom versorgen. Um Deutschland für mehrere Stunden mit Batterien abzusichern, würden die Kosten in die Milliarden gehen, wobei der Strom weiterhin produziert werden muss.
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