Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Tui verzeichnet starken Buchungsanstieg und plant Rückkehr in den MDax

Der weltgrößte Reisekonzern Tui verzeichnet einen Buchungsanstieg von acht Prozent für Winter und Sommer im Vergleich zum Vorjahr. Zudem plant das Unternehmen eine Rückkehr in den MDax und erwartet einen Rekordgewinn für das laufende Finanzjahr.

Der Reisekonzern Tui blickt optimistisch auf den Sommer.
Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Dank einer starken Nachfrage nach Urlaub nimmt der weltgrößte Reisekonzern Tui Kurs auf Geschäfte wie vor der Corona-Pandemie. Vor der Hauptversammlung am Dienstag in Hannover teilte Tui mit, dass die Reisebuchungen für den Winter und den Sommer um acht Prozent höher lägen als vor einem Jahr. Für das laufende Finanzjahr 2023/24 (bis Ende September) erwartet der Vorstandsvorsitzende Sebastian Ebel weiterhin einen Rekordgewinn im Tagesgeschäft. Der Finanzvorstand Mathias Kiep wollte sich jedoch nicht darauf festlegen, ob diesmal wirklich mehr Gäste mit Tui verreisen als vor der Corona-Krise.

Auf der virtuellen Hauptversammlung sollen die Tui-Aktionäre den Weg freimachen für einen Umzug der Börsennotierung von London nach Frankfurt. Das soll Tui auch eine Rückkehr in den MDax ermöglichen, den deutschen Index für mittelgroße Unternehmen. «Wir würden erwarten, dass wir dann im Juni in den MDax aufgenommen werden», sagte Kiep. Von Aktionärsvertretern gab es dafür Zuspruch. «Die Tui-Aktie kommt wieder nach Hause», sagte Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). «Das ist ein Zeichen der Rückkehr zur Normalität.» Die Abstimmung stand am Nachmittag noch aus.

London-Rückzug soll bei EU-Flugrechten helfen

Der Schritt soll dem Konzern auch helfen, künftig die Voraussetzungen für Luftverkehrsrechte in der EU nach dem Brexit weiter abzusichern, hieß es. Denn die EU verlangt, dass eine Airline wie Tuifly, die innerhalb der Union fliegt, mehrheitlich in Besitz und unter Kontrolle von Eignern aus der EU ist. Probleme gebe es hier bisher auch nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU nicht, betonte Vorstandschef Ebel. «Wir haben heute genügend europäische Aktionäre, auch ohne das Vereinigte Königreich.» Das werde sich durch einen Rückzug aus London, wo traditionell mehr internationale Anleger kaufen, noch verstärken. Der Tui-Konzern hatte die Hauptnotierung seiner Aktie 2014 im Zuge des Zusammenschlusses mit der früheren Tochter Tui Travel nach London verlegt und war dadurch aus dem MDax ausgeschieden.

Im letzten Quartal von Oktober bis Dezember reisten bereits sechs Prozent mehr Gäste mit Tui. Und sie gaben auch im Schnitt mehr Geld für ihren Urlaub aus als im Vorjahr. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Der Nettoverlust, der auf die Aktionäre entfiel, verringerte sich auf knapp 123 Millionen Euro. Reiseunternehmen machen in der Regel im Winter Verluste. Ihre Gewinne erzielen sie in der Hauptsaison im Sommer.

Kunden sparen nicht am Urlaub

Dafür sieht es nach Einschätzung des Managements gut aus. Denn die Kunden haben für Winter und Sommer bisher nicht nur acht Prozent mehr Reisen bei Tui gebucht als vor einem Jahr. Sie geben nach bisherigen Zahlen im Schnitt auch vier Prozent mehr dafür aus. «Für den Sommer erwarten wir eine stake Saison», sagte Kiep. Auch in Deutschland sei trotz schwächelnder Konjunktur kein Ende der Reiselust zu spüren, sagte Kiep. «Urlaubsreisen haben nach wie vor eine hohe Priorität bei unseren Kunden. Das ist stabiler, als wir gedacht hätten.»

Finanzchef Kiep sagte, dass Tui bei den Gästezahlen auf das Niveau von 2019 zusteuere, wenn das Geschäft weiterhin so wachse. Im letzten Geschäftsjahr blieb der Konzern mit rund 19 Millionen Gästen, davon 5,6 Millionen aus Deutschland, klar unter den 20,5 Millionen aus der Zeit vor der Krise. Die Existenzkrise infolge der Pandemie hatte Tui im Jahr 2020 in eine schwierige Lage gebracht. Der deutsche Staat rettete das Unternehmen vor dem Untergang, indem er Milliardenhilfen bereitstellte.

Tui befindet sich nun wieder im Aufschwung. Ebel und Kiep planen, den operativen Gewinn vor Sondereffekten im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um mindestens 25 Prozent zu steigern. Damit würde Tui nach 977 Millionen im Vorjahr ein operatives Rekordergebnis von 1,2 Milliarden Euro erzielen.

dpa