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Deutsche Mietnachfrage sinkt aufgrund unsicherer Wirtschaftslage

Haushalte mit niedrigerem Einkommen suchen weniger intensiv nach neuen Wohnungen. Die Einkommenserwartung ist gesunken, die Sparneigung hoch.

Aus Sorge um die Konjunktur halten sich gerade Geringverdiener am Immobilienmarkt zurück. (Symbolbild)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Laut einer neuen Studie des Portals Immoscout24 suchen weniger Menschen in Deutschland Mietwohnungen aufgrund der Sorge um die kriselnde Wirtschaft und die eigenen Einkommen. Im vierten Quartal 2025 sei die Nachfrage deutlich stärker gesunken als üblich zum Jahresende, zeigt die Studie.

«Wir beobachten, dass es insbesondere Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind, die weniger intensiv nach einer neuen Wohnung suchen», sagte Geschäftsführerin Gesa Crockford. «Das lässt sich auf die stetig steigenden Mieten und die unsichere Wirtschaftslage zurückführen.» Angesichts der schlechten Konjunktur sei die Einkommenserwartung der Menschen gesunken, das trübe die Konsumlaune. Zugleich sei die Sparneigung «unglaublich hoch».

Das Interesse an Mietwohnungen in den acht Metropolen, darunter Berlin, München und Hamburg, ist im vierten Quartal im Vergleich zum dritten Quartal um 16 Prozent gesunken. In den kreisfreien Städten gab es einen Rückgang um 23 Prozent, im Umland der Metropolen um 17 Prozent und im ländlichen Raum um 20 Prozent, berichtet Immoscout24.

Auch Arbeitsmarkt und weniger Zuwanderung wirkt sich aus

Auch in den vergangenen Jahren sei die Nachfrage im vierten Quartal gesunken – jedoch deutlich weniger um 3 bis 13 Prozent. Die Nachfrage nach Mietwohnungen sei jedoch weiterhin hoch und liege deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Die rückläufige Nachfrage habe zwei Ursachen, sagt Tobias Just, Professor für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. «Zum einen führt die Eintrübung am Arbeitsmarkt dazu, dass vor allem Haushalte mit geringerem Einkommen vorsichtiger agieren und arbeitsbezogene Umzüge weniger stattfinden. Zum anderen sinkt durch weniger Zuwanderung die Zahl der Wohnungssuchenden insgesamt.»

Laut Immoscout24 sind die Angebotsmieten für Bestandswohnungen im vierten Quartal weiter gestiegen, und zwar um ein Prozent im Vergleich zum Vorquartal und um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies gilt auch für Neubauwohnungen (plus 0,5 Prozent und plus 3,7 Prozent).

Immoscout24 basiert laut eigenen Angaben bei seinem Wohnbarometer auf 8,5 Millionen Inseraten in den letzten fünf Jahren auf der Plattform. Die Nachfrage nach Mietwohnungen wird durch die Klicks auf Inserate gemessen. Es werden Angebotsmieten betrachtet, keine Abschlüsse. Aufgrund des knappen Mietmarkts haben Wohnungssuchende in der Regel jedoch kaum Verhandlungsspielraum.

dpa