Einem Bericht zufolge stehen der Bund und das Land Niedersachsen vor einer fast vollständigen Übernahme des Schiffbauers. Das Wirtschaftsministerium aber bremst.
Staatsbeteiligung an der Meyer Werft weiter offen

Im Ringen um einen Rettungsplan für die finanziell angeschlagene Meyer Werft zeichnet sich noch keine Lösung ab. Zwar soll nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) ein Einstieg des Staates bei der Werft bevorstehen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover erklärte aber: «Es gibt keinen konkreten neuen Sachstand.» Ob sich der Staat an der Werft beteilige und, wenn ja, wie, sei noch nicht entschieden. «Alles, was wir tun, tun wir im Gleichschritt mit dem Bund.»
Laut Medienbericht wird erwogen, dass der Staat bis 2028 einen Anteil von etwa 90 Prozent übernimmt – jeweils zur Hälfte durch den Bund und das Land, die dafür je 200 Millionen Euro zahlen müssten. Darüber hinaus würden die Bundes- und Landesregierung Kreditgarantien in Höhe von 2,8 Milliarden Euro übernehmen. Es könnten noch geringfügige Änderungen an den Prozentsätzen vorgenommen werden – jedoch gilt es als sicher, dass der Staat die Mehrheit übernehmen wird.
Meyer Werft muss große Finanzierungslücke schließen
Die Meyer Werft, bekannt für ihre Kreuzfahrtschiffe, befindet sich in der schwersten Krise ihrer über 200-jährigen Geschichte. Um den Bau neuer Schiffe zu finanzieren, muss sie bis Ende 2027 mehr als 2,7 Milliarden Euro beschaffen. Gespräche mit Banken, dem Bund und dem Land Niedersachsen über eine Rettung sind im Gange. „Bis zum 15. September muss das Unternehmen neues Geld erhalten“, sagte Sanierer Ralf Schmitz.
Ursache für die finanzielle Notlage ist, dass einige Verträge für Kreuzfahrtschiffe vor der Corona-Pandemie abgeschlossen wurden und keine Anpassung an die seither stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise vorsehen. Darüber hinaus werden in der Branche normalerweise 80 Prozent des Baupreises erst bei Lieferung des Schiffes gezahlt.
Nur vor Kurzem erhielt die Werft einen neuen Großauftrag: Bis 2031 soll sie vier Kreuzfahrtschiffe für die Disney Cruise Line bauen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den größten Auftrag in der Geschichte der Meyer Werft. Das genaue Volumen der Bestellung wurde jedoch nicht genannt.








