Trotz sinkender Ölpreise bleibt die Ersparnis durch den Tankrabatt an den Zapfsäulen enttäuschend gering. Der ADAC zeigt, dass die Steuersenkung von 16,7 Cent nur teilweise bei den Verbrauchern ankommt.
Steigende Kraftstoffpreise: Warum der Tankrabatt nicht bei den Autofahrern ankommt

Trotz eines Rückgangs der Ölpreise und der Einführung eines Tankrabatts steigen die Benzinpreise an den Tankstellen erneut. Der ADAC stellt fest, dass die Senkung der Energiesteuer noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde, während die Mineralölwirtschaft sich gegen diese Vorwürfe wehrt.
Aktuelle Zahlen zeigen, dass viele Autofahrer von der erhofften Entlastung durch den Tankrabatt enttäuscht sind. Nach einem anfänglichen Rückgang der Preise am ersten Tag der Steuersenkung steigen die Kosten an den Zapfsäulen wieder an. Laut den Erhebungen des ADAC und des Bundeskartellamts sind die Preise für Superbenzin und Diesel im bundesweiten Durchschnitt nur zwischen 10 und 11 Cent günstiger als am letzten Tag vor der Einführung des Rabatts, was deutlich unter den vorübergehend gesenkten Steuern von 16,7 Cent pro Liter liegt.
Kraftstoffpreise im Überblick
Die Entwicklung der Kraftstoffpreise in den letzten Tagen zeigt, dass die bundesweiten Durchschnittspreise für Superbenzin, Super E10 und Diesel alle fünf Minuten aktualisiert werden. Am 30. April kostete Super E10 im Durchschnitt 2,126 Euro pro Liter, während Diesel bei 2,215 Euro lag. Am Freitag fiel der Preis für Super E10 auf 1,989 Euro und für Diesel auf 2,079 Euro. Doch bis Sonntag stiegen die Preise wieder an, Super E10 um 2,8 Cent auf 2,017 Euro und Diesel um 2,5 Cent auf 2,104 Euro.
Reaktionen auf die Preisentwicklung
Eine Sprecherin des ADAC äußerte, dass die Mineralölkonzerne die Preise erneut erhöhen, ohne dass dies durch steigende Rohölpreise gerechtfertigt sei. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband warnte, dass die Befürchtungen wahr werden: Der Tankrabatt komme nicht vollständig bei den Verbrauchern an. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch betonte, dass diese Situation nicht akzeptabel sei und möglicherweise Anpassungen der Maßnahmen erforderlich seien.
Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums stellte klar, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung weitergeben sollten. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hingegen sieht die Situation anders und behauptet, dass die Markentankstellen den Tankrabatt vollständig weitergeben. Ohne die Steuersenkung wären die Preise um etwa 17 Cent pro Liter höher.
Preisschwankungen und Marktverhalten
Der Tankstellenverband bft erklärte, dass die Preisschwankungen ein übliches Marktphänomen seien. Zudem wirke der Rabatt zeitverzögert, da der Steuernachlass nur auf ab dem 1. Mai an die Tankstellen gelieferten Kraftstoff gilt. Eine sofortige und vollständige Weitergabe sei daher nicht wirtschaftlich darstellbar. Am 1. Mai kam es aufgrund der hohen Nachfrage zu kurzfristigen Engpässen an einigen Tankstellen.
Der April 2026 hat sich als der teuerste Tankmonat aller Zeiten herausgestellt. Laut Berechnungen kostete ein Liter E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,11 Euro, während Diesel bei 2,27 Euro lag. Inflationsbereinigt sind dies jedoch keine Rekordwerte.
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, betonte, dass die Steuersenkung dazu dienen solle, Verbraucher und Wirtschaft in einer schwierigen Phase zu entlasten. Die Mineralölkonzerne seien lediglich Treuhänder dieser Entlastung, die den Kunden zugutekommen müsse.
Autofahrer sollten sich bewusst sein, dass die Preise an den Tankstellen stark variieren können. Mundt riet dazu, Preisvergleiche über Apps anzustellen, da die Preiskurven vieler Tankstellen und Marken derzeit stärker schwanken als üblich. Seit der Einführung der 12-Uhr-Regel steigen die Preise um die Mittagszeit oft um mehr als 10 Cent, um dann am Nachmittag wieder zu sinken.
Am Montagvormittag fiel der Preis für Super E10 im bundesweiten Durchschnitt vorübergehend unter 2 Euro, bevor er am Mittag wieder anstieg. Um 10:14 Uhr meldete das Bundeskartellamt einen Preis von 1,99 Euro pro Liter, während der ADAC sogar einen Wert von 1,981 Euro ermittelte, bevor der Preis sprunghaft auf 2,099 Euro anstieg. Diesel kostete um 11:45 Uhr im Schnitt 2,063 Euro, stieg jedoch nach dem Mittagssprung auf 2,193 Euro pro Liter.
Die aktuelle Situation an den Tankstellen bleibt angespannt, und die Verbraucher müssen sich auf weitere Preisschwankungen einstellen.








