Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Steigende Zahl der Frührentner mit hohem Hinzuverdienst: Neue Entwicklungen 2023

Eine aktuelle IW-Studie zeigt, dass der Anteil arbeitender Frührentner auf 25 Prozent gestiegen ist. Dies ist eine Folge der Abschaffung der Hinzuverdienstgrenze im Jahr 2023, die viele dazu bewegt, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen und gleichzeitig über einen Minijob hinaus zu arbeiten.

IW-Studie kommt auf 25 Prozent: Zahl arbeitender Frührentner steigt sprunghaft
KI-generiert

Die Frage, wie attraktiv die vorzeitige Rente in Deutschland ist, wird durch aktuelle Entwicklungen neu beleuchtet. Immer mehr Frührentner entscheiden sich dafür, auch nach ihrem vorzeitigen Ruhestand aktiv zu bleiben und hinzu zu verdienen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat sich der Anteil der Frührentner, die über einen Minijob hinaus arbeiten, auf 25 Prozent erhöht. Dies ist eine signifikante Steigerung, die mit der Abschaffung der Hinzuverdienstgrenze im Jahr 2023 in Verbindung steht.

Attraktive Regelungen für Frührentner

Die Möglichkeit, bereits mit 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen, zieht viele Arbeitnehmer an. Seit 2023 werden Hinzuverdienste nicht mehr angerechnet, was dazu führt, dass viele Frührentner ihre Erwerbstätigkeit ausweiten. „Seit dem vollständigen Wegfall der Hinzuverdienstgrenze 2023 nimmt die Zahl der vorzeitig Verrenteten mit einem großen Hinzuverdienst zu“, so die Studienautoren.

Wachsende Zahl der vorzeitig in Rente Gehenden

Die Studie zeigt, dass der Anteil der langjährig Versicherten, die vorzeitig in Rente gehen, ebenfalls gestiegen ist. Der Anteil dieser Gruppe, die mindestens 35 Versicherungsjahre aufweist und bereits ab 63 Jahren mit Abschlägen in Rente gehen kann, stieg von 19,4 Prozent im Jahr 2020 auf 24,0 Prozent im Jahr 2024. Diese Entwicklung wird von den Forschern kritisch betrachtet, da der vorzeitige Rentenbezug die Gesetzliche Rentenversicherung finanziell belastet.

Rentenkommission und Reformvorschläge

Die Rentenkommission der Bundesregierung diskutiert derzeit Maßnahmen zur Begrenzung des Vorruhestands. Kurz vor der Veröffentlichung ihrer Empfehlungen äußerte der Sozialverband VdK Bedenken und forderte eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. VdK-Präsidentin Verena Bentele betonte die Notwendigkeit, die Reformvorschläge sozial gerecht und zukunftssicher zu gestalten. „Viele Menschen haben große Angst vor Rentenkürzungen, einer höheren Regelaltersgrenze oder einer Verschlechterung der Witwenrente“, sagte sie.

Forderungen nach einer Stärkung der Rentenversicherung

Bentele sprach sich gegen die Nutzung des demografischen Wandels als Vorwand für Kürzungen aus. „Es braucht eine echte Stärkung der Rentenversicherung: durch gute Löhne, mehr Tarifbindung, verlässliche Kinderbetreuung, sichere Pflegeangebote und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, so ihre Forderung. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, dass der Bericht der Rentenkommission am kommenden Dienstag erwartet wird.


Quellen: n-tv

TS