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Steuerforderungen: Villa von Signa-Gründer Benko gepfändet

Die wichtigsten Teile der von René Benko aufgebauten Immobilien- und Handelsgruppe Signa sind zahlungsunfähig. Nun lässt das Finanzamt ein Pfandrecht auf eine Luxusvilla des Investors eintragen.

Der österreichische Immobilieninvestor René Benko.
Foto: Marcel Kusch/dpa

Die österreichische Finanzverwaltung hat eine Luxusvilla des insolventen Immobilieninvestors René Benko gepfändet. Gemäß dem Grundbuch hat das Finanzamt in Wien für das Anwesen in Igls, einem Stadtteil von Innsbruck, ein Pfandrecht in Höhe von etwa 12 Millionen Euro eingetragen, da Umsatzsteuern in dieser Höhe ausstehend sind.

Die Villa wird von einer Firma besessen, die wiederum im Besitz einer Familienstiftung von Benko ist. Die Stiftung gab der Deutschen Presse-Agentur bekannt, dass die Steuern in der Vergangenheit vom Finanzamt zurückerstattet wurden und nun zu Unrecht eingefordert werden. Vorher hatten österreichische Medien über die Pfändung berichtet.

Das Finanzministerium betont jedoch, dass solche erstatteten Steuern erneut zu ausstehenden Steuerschulden werden können, wenn das Finanzamt feststellt, dass die Immobilie nicht gewerblich genutzt wird. Die Villa wird als einer der Wohnsitze von Benko angesehen. Das Pfandrecht, das nun ähnlich wie eine Bank-Hypothek im Grundbuch eingetragen ist, dient der Absicherung der ausstehenden Forderungen. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Villa vom Staat versteigert wird.

Die Hauptbestandteile der Immobilien- und Handelsgruppe Signa, die von Benko aufgebaut wurde, sind zahlungsunfähig. Letzte Woche meldeten sowohl die Luxusimmobilien-Einheit Signa Prime (KaDeWE, Elbtower) als auch die Immobilienentwicklungsgesellschaft Signa Development Insolvenz an. Benkos Firmennetzwerk, zu dem auch die Warenhausgruppe Galeria Karstadt Kaufhof gehört, ist aufgrund gestiegener Zinsen, Baukosten und Energiepreise in Schwierigkeiten geraten.

dpa