Die Einnahmen aus der Erbschafts- und Schenkungssteuer erreichen mit 21,4 Milliarden Euro einen historischen Höchststand. Ein Anstieg von über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zeigt die wachsende Vermögensungleichheit in Deutschland.
Steuerliche Höchstwerte: Erbschafts- und Schenkungssteuer erreichen Rekordeinnahmen

Erbschafts- und Schenkungssteuer: Rekordhöhen erreicht
Im vergangenen Jahr erlebte die Bundesrepublik Deutschland einen außergewöhnlichen Zuwachs der Einnahmen aus der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Diese stiegen um über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und erreichten mit 21,4 Milliarden Euro einen historischen Höchstwert. Diese Zahlen wurden von den Finanzbehörden des Landes veröffentlicht und stellen den höchsten je erfassten Betrag dar.
Ein maßgeblicher Grund für diesen Anstieg war der signifikante Anstieg bei der Besteuerung großer Vermögensübertragungen, insbesondere von Beträgen, die die Marke von 20 Millionen Euro überschreiten. In dieser Kategorie verdoppelte sich die festgesetzte Steuer um mehr als das Doppelte. Die Erbschaftsteuer selbst verzeichnete einen Anstieg von 57 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro, während die Schenkungsteuer zu Lebzeiten um mehr als zwei Drittel auf 8,1 Milliarden Euro zulegte.
Vermögensübertragungen im Detail
Im Jahr 2025 wurden Vermögenswerte im Gesamtwert von 141,1 Milliarden Euro übertragen, was einem Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insbesondere die Übertragungen von Unternehmensanteilen und Betriebsvermögen stachen hervor. Die Übertragungen von Anteilen an Kapitalgesellschaften beliefen sich auf 16,8 Milliarden Euro und wuchsen um 129 Prozent. Das übertragene Betriebsvermögen erhöhte sich um 20 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro, wobei Schenkungen hier eine wesentliche Rolle spielten. Auch das übertragene Grundvermögen wuchs um 11 Prozent auf 51,6 Milliarden Euro.
Freibeträge und Steuererleichterungen
Das Statistische Bundesamt wies darauf hin, dass der Großteil der Vermögensübergänge innerhalb der persönlichen Freibeträge liegt, die in der Regel steuerfrei sind und daher nicht in den Statistiken aufgeführt werden. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Verschonungsbedarfsprüfung für Unternehmensvermögen im vergangenen Jahr Steuererleichterungen in Höhe von 3,7 Milliarden Euro gewährt, wobei 3,4 Milliarden Euro auf Schenkungen entfielen.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Expertenmeinungen
Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung kommentierte die gestiegenen Einnahmen und wies darauf hin, dass diese einen Hinweis auf die zunehmende Vermögensungleichheit in Deutschland darstellen. Er betonte, dass der Anstieg der Einnahmen nicht zwangsläufig auf eine höhere Belastung der Erben hindeutet, sondern vielmehr darauf zurückzuführen sei, dass im Jahr 2025 insgesamt mehr Vermögen übertragen wurde als im Jahr 2024.
Die Übertragungen von Großvermögen werden als privilegiert betrachtet, was zu der Kritik führt, dass eine Abschaffung von Steuervergünstigungen signifikante Mehreinnahmen generieren könnte. Im internationalen Vergleich, etwa zu Ländern wie Frankreich oder Großbritannien, wird in Deutschland verhältnismäßig wenig von Erben zur Finanzierung öffentlicher Ausgaben herangezogen.
Quellen: n-tv, Die Zeit
Bildquelle: Bildquelle: Maheshkumar Painam auf Unsplash
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








