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Streit um Preise – Senseo-Kaffee bald wieder in den Regalen

In einigen Geschäften gab es zuletzt auffällige Lücken in den Kaffeeregalen. Kunden müssen bei einigen Produkten künftig mit höheren Preisen rechnen.

Kaffeepads sind bei vielen Konsumenten gefragt.
Foto: picture alliance / dpa

Kunden im Supermarkt haben kürzlich manchmal leere Regale anstelle ihres Lieblingskaffees vorgefunden. Marken wie Senseo, Tassimo und Jacobs waren vorübergehend nicht verfügbar. Ab dieser Woche sollen sie jedoch allmählich wieder erhältlich sein, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Hintergrund waren langwierige Verhandlungen zwischen den großen Handelsketten wie Rewe und Edeka mit dem Kaffeekonzern JDE Peet’s, zu dem die Marken gehören. Diese Verhandlungen sind nun beendet worden. Dies könnte sich spürbar auf Verbraucher auswirken, da sie möglicherweise mehr Geld für bestimmte Artikel ausgeben müssen.

«Wir mussten im Interesse der Kunden eine nicht nachvollziehbare Preiserhöhung akzeptieren. Deshalb können wir weniger von einer Einigung sprechen, sondern eher von einem erzwungenen Frieden», hieß es aus Edeka-Unternehmenskreisen.

Rewe: «Warenverfügbarkeit mit Kaffee ist gesichert»

Ein Sprecher von JDE Peet’s erklärte, man habe sich mittlerweile mit allen Handelspartnern einigen können. «Die Preise für Rohkaffee haben sich seit dem letzten Jahr verdoppelt.» Dies sei vor allem auf die extremen Witterungsbedingungen in den wichtigsten Kaffeeanbauländern zurückzuführen. Der Konzern versucht nach eigenen Angaben, nur einen Teil der Kostensteigerungen weiterzugeben. 

In einigen Supermärkten waren Kunden zuletzt über Schilder am Kaffeeregal informiert worden. «Die Artikel des Herstellers Jacobs (Senseo) sind momentan nicht lieferbar. Wir bitten um ihr Verständnis», war darauf zu lesen. Nachdem die Produkte abverkauft worden waren, hatten Händler wegen der laufenden Verhandlungen zunächst keine neue Ware erhalten. Nun soll wieder geliefert werden.

Ein Sprecher von Rewe sagte: «Die Warenverfügbarkeit mit Kaffee ist gesichert und wir sehen auch zukünftig keinen Grund zur Annahme, dass es eine verringerte Verfügbarkeit bei Kaffee für unsere Kundinnen und Kunden geben wird.» Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd wollten sich nicht äußern.

Kaffee deutlich teurer als 2020

Der Preis für Arabica-Bohnen, der an der Rohstoffbörse gehandelt wird, stieg im November auf den höchsten Wert seit Jahrzehnten. Branchenexperten prognostizierten daraufhin, dass Kaffee teurer werden könnte. Im Februar gab der Kaffeehändler Tchibo bekannt, dass er seine Preise erhöhen werde – um 50 Cent bis 1 Euro pro Pfund.

Die Preise für Kaffee für Endverbraucher sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2024 kosteten Kaffeepads und -kapseln fast 25 Prozent mehr als vier Jahre zuvor, während Bohnenkaffee knapp 23 Prozent teurer war. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

dpa