Erwerbstätige Frauen investieren durchschnittlich 26 Stunden pro Woche in unbezahlte Arbeit, etwa 8 Stunden mehr als Männer.
Studie enthüllt: Frauen arbeiten viel mehr im Haushalt als Männer

Berufstätige Frauen arbeiten einer Studie zufolge viel mehr im Haushalt als Männer. Wie aus einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zum «Gender Care Gap» («Geschlechterkluft in der Sorgearbeit») hervorgeht, investieren erwerbstätige Frauen pro Woche durchschnittlich rund 26 Stunden in unbezahlte Arbeit und damit etwa acht Stunden mehr als Männer, die einen Job haben.
Unbezahlte Arbeit umfasst hauptsächlich Putzen, Kochen, Einkaufen und Kinderbetreuung – also Tätigkeiten im Haushalt und für die Familie, die als Sorgearbeit zusammengefasst werden.
Die Daten stammen aus einer speziellen Umfrage des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2022, an der etwa 20.000 Bundesbürger im Alter von 18 bis 64 Jahren Angaben zu ihrer Zeitnutzung gemacht hatten – eine solch aufwendige Datenerhebung findet nur alle zehn Jahre statt. Es gibt keine Vergleichsstudie der Böckler-Stiftung zur Zeitnutzung zu Beginn des letzten Jahrzehnts.
Viele Frauen haben nur Teilzeitjobs
Zählt man bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammen, war der Geschlechterunterschied 2022 nur noch gering: Frauen leisten insgesamt etwa 54 Stunden Arbeit pro Woche, während Männer auf 53 Stunden kommen. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeitjobs als Männer, wodurch sie im Durchschnitt weniger Wochenstunden in einer bezahlten Erwerbstätigkeit haben (gut 28 Stunden gegenüber knapp 36 Stunden).
«Die Zahlen verdeutlichen, dass Frauen mehr arbeiten als Männer, jedoch deutlich weniger Gehalt und soziale Absicherung dafür erhalten, weil ein Großteil aus unbezahlter Sorgearbeit besteht», sagt Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Böckler-Stiftung.
Um verstärkt Frauen in Erwerbsarbeit zu bringen, sei eine doppelte Umverteilung nötig, betont die Expertin: «Unbezahlte Arbeit muss von Frauen zu Männern und bezahlte Arbeit von Männern zu Frauen verteilt werden.» Die Böckler-Expertinnen mahnen hierbei Unterstützung aus Politik und Betrieben an.








