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Studie: Frauenanteil in Topetagen kaum noch gestiegen

Der Anteil von Managerinnen in Unternehmensvorständen und Aufsichtsräten ist in den vergangenen Jahren auch auf Druck des Gesetzgebers gestiegen. Zuletzt ließ das Tempo allerdings nach.

Der Elan bei der Steigerung des Anteils von Managerinnen in Aufsichtsräten und Vorständen hat nachgelassen.
Foto: Annette Riedl/dpa

Laut einer Studie sind Frauen in den Führungsetagen deutscher Börsenunternehmen in letzter Zeit kaum vorangekommen.

Der Elan bei der Steigerung des Anteils von Managerinnen in Aufsichtsräten und Vorständen habe nachgelassen, hieß es in einer Auswertung der Organisation «Frauen in die Aufsichtsräte» (Fidar), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Das Ziel der Parität ist noch in weiter Ferne und bei der aktuellen Veränderungsgeschwindigkeit kaum erreichbar», sagte Fidar-Gründungspräsidentin Monika Schulz-Strelow.

Die 160 Unternehmen der Dax-Familie sowie 19 weitere börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen wurden ausgewertet. Laut der letzten Auswertung Ende Mai 2023 stieg der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten von 35,3 Prozent am Stichtag 1. Januar 2024 auf durchschnittlich 36,5 Prozent. In den Vorständen wurde ein Anstieg von 18,3 Prozent auf 18,9 Prozent festgestellt.

«Der Ball liegt bei den Unternehmen, Veränderung zu gestalten», mahnte Schulz-Strelow. «Wenn sie ihn nicht aufnehmen, wird der Gesetzgeber agieren und die gesetzlichen Maßnahmen erweitern beziehungsweise weiter verschärfen.»

Frauenquote in Aufsichtsräten wirkt

Laut der Auswertung zeigen gesetzliche Vorschriften dort, wo sie gelten, ihre Wirkung. Der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen von Unternehmen ist deutlich höher, wenn eine 30-Prozent-Quote für die Besetzung des Aufsichtsrates gilt. Derzeit sind 100 börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen von dieser Quote betroffen. Zu Jahresbeginn lag der Anteil der Topmanagerinnen in den Kontrollgremien bei 38,1 Prozent und in den Vorständen bei 20,6 Prozent, wie die Angaben zeigen.

Dagegen gelang es weniger weiblichen Führungskräften, in die Spitzenpositionen der restlichen 79 Unternehmen zu gelangen, die nicht von der Quote betroffen sind. Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten lag hier bei 31,6 Prozent und in den Vorständen bei 16,2 Prozent. Die Zahlen zeigen erneut, dass freiwillige Selbstverpflichtungen in Deutschland nur unzureichend genutzt werden, wie es in der Studie heißt.

Börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern müssen neben der Quote für den Aufsichtsrat auch sicherstellen, dass bei Neubesetzungen in diesem Gremium mindestens eine Frau in der Führungsetage vertreten ist. Laut Fidar sind derzeit 60 Unternehmen von der Mindestbeteiligung im Vorstand betroffen. Der Anteil von Managerinnen im Vorstand (22 Prozent) und im Aufsichtsrat (37,4 Prozent) liegt über dem Durchschnitt der untersuchten 179 Unternehmen.

Fidar erwartet von den Unternehmen insgesamt deutlich mehr Engagement. «Dazu gehört neben der Festlegung von Zielgrößen für Aufsichtsrat, Vorstand sowie die erste und zweite Managementebene auch eine verbindliche Strategie für alle Führungsebenen, um die gleichberechtigte Teilhabe umzusetzen», forderte Fidar-Präsidentin Anja Seng.

dpa