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Bezahlbare Wohnungen in Deutschland: Kaufpreise sinken, Einkommen steigen

Käufer in einigen Regionen zahlen nur 7,9% ihres Haushaltseinkommens für den Kauf einer Eigentumswohnung. Einkommensbelastung in 331 von 400 Regionen unter 25%.

Auch für Mieter sank der durchschnittliche Einkommensanteil für die Nettomiete von 14,4 Prozent auf 14,1 Prozent.
Foto: Boris Roessler/dpa

In einigen deutschen Regionen ist der Kauf einer Wohnung erschwinglicher geworden. Das geht aus Daten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) hervor, die es für den Wohnatlas der Postbank ermittelte. «Gesunkene Kaufpreise und gestiegene Einkommen machen es für Durchschnittsverdiener*innen in vielen Regionen leichter, eine Eigentumswohnung zu finden, die idealerweise nur ein Viertel des Haushaltsnettoeinkommens für die Finanzierung bindet», sagte Manuel Beermann, verantwortlich für das Immobiliengeschäft der Postbank, am Freitag laut Mitteilung. Zuerst hatte die «Welt» darüber berichtet. 

Der Anteil der Summe von Zins und Tilgung (Annuität) am Einkommen verringerte sich also im Bundesschnitt im vergangenen Jahr um 5,1 Prozentpunkte auf 19,4 Prozent. Als Annuität wird die jährlich fällige Rückzahlung an den Kreditgeber bezeichnet. Nach Berechnung der Ökonomen lag die anteilige Einkommensbelastung in 331 der 400 betrachteten Städte und Landkreisen unter der Schwelle von 25 Prozent.

Im thüringischen Landkreis Greiz sieht es bundesweit am besten aus. Käufer zahlten dort 7,9 Prozent ihres Haushaltseinkommens, um den Kauf einer Eigentumswohnung zu finanzieren. Ebenso im sächsischen Vogtlandkreis (8,0 Prozent) und im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster (8,4 Prozent) mussten Menschen verhältnismäßig wenig von ihrem Einkommen aufwenden, um eine Wohnung zu finanzieren.

In 27 Prozent der deutschen Haushalte lebten in den 69 kreisfreien Städten und Landkreisen, in denen der Durchschnittshaushalt mehr als ein Viertel des verfügbaren Einkommens zur Finanzierung zahlen musste. Spitzenreiter ist den Berechnungen zufolge der Landkreis Nordfriesland – zu ihm gehören die Inseln Sylt, Amrum und Föhr. Um eine Eigentumswohnung zu finanzieren, mussten Käuferinnen und Käufer durchschnittlich 59,8 Prozent ihres Haushaltseinkommens zahlen. Am zweitmeisten zahlten Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt München mit 46,7 Prozent, gefolgt von Berlin auf Platz drei (46,4 Prozent). In Hamburg und Frankfurt am Main lag die Rate jeweils um die 40 Prozent.

Anteil auch bei Mieten gesunken

Auch für die Mieterinnen und Mieter sank der durchschnittliche Einkommensanteil für die Nettomiete von 14,4 Prozent auf 14,1 Prozent. Mit Ausnahme von Berlin (26,4 Prozent) und München (25,8 Prozent) blieb die Einkommensbelastung unter der Schwelle von 25 Prozent. Den Angaben nach mussten allerdings Käufer in 37 der 400 Regionen einen geringeren Anteil ihres Nettoeinkommens für die Finanzierung einer Wohnung aufwenden als für Miete.

Für ihre Berechnung für das vergangene Jahr verwendeten die Experten einen Zinssatz von 3,5 Prozent und eine anfängliche Tilgungsrate von 2,5 Prozent. Um das Einkommen im Vergleich zum Kaufpreis zu ermitteln, gingen sie von einer Wohnungsgröße von 70 Quadratmetern aus. Makler- oder Sanierungskosten wurden nicht berücksichtigt. Im Jahr 2022 nahmen die Ökonomen ebenfalls eine 70-Quadratmeter-Wohnung an, jedoch mit einer Tilgungsrate von 2,1 Prozent und einem Zinssatz von 4,6 Prozent.

dpa