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Stuttgart 21: Eröffnung auf Ende 2031 verschoben und Kosten explodieren erneut

Die Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 verzögert sich auf Ende 2031, während die Kosten um weitere drei Milliarden Euro auf insgesamt 14,5 Milliarden Euro steigen. Die Deutsche Bahn sieht sich somit einem finanziellen Desaster gegenüber.

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Eröffnung offiziell verschoben: Bahnprojekt Stuttgart 21 wird noch mal mehrere Milliarden teurer
Pjt56 via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die Gesamtkosten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 steigen um etwa drei Milliarden Euro, was die Endsumme auf circa 14,5 Milliarden Euro anhebt. Dies entspricht fast dem Fünffachen der ursprünglich veranschlagten Kosten. Die Deutsche Bahn sieht sich mit einem erheblichen finanziellen Desaster konfrontiert, da sich die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs nun auf Ende Dezember 2031 verschiebt.

Verschiebung der Inbetriebnahme und Kostensteigerung

Die Bahn-Chefin Evelyn Palla gab bekannt, dass die Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs um fünf Jahre verschoben wird. Dies hat zur Folge, dass die Kosten des Projekts erneut angehoben werden müssen. Zuvor war bereits eine Kostensteigerung in Höhe von drei Milliarden Euro bekannt geworden, die die Gesamtkosten auf etwa 14,5 Milliarden Euro ansteigen lässt.

Hintergrund der Kostenexplosion

Die stetige Erhöhung der Kosten für das Projekt Stuttgart 21 ist seit Jahren ein Thema. Ein Finanzierungsvertrag aus 2009 sah ursprünglich Kosten von bis zu 4,5 Milliarden Euro vor, basierend auf einer Schätzung von 3 Milliarden Euro für den Bau und einem Puffer von 1,5 Milliarden Euro. Diese Zahlen wurden jedoch immer wieder nach oben korrigiert.

Rechtsstreitigkeiten und finanzielle Verantwortung

Die Bahn ist in einem Rechtsstreit gescheitert, der darauf abzielte, die Projektpartner – das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, den Verband Region Stuttgart und den Flughafen Stuttgart – zur Übernahme zusätzlicher Kosten zu bewegen. Ein entsprechender Berufungsantrag wurde vom Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg abgelehnt. Daher ist die Bahn gesetzlich verpflichtet, alle über den Finanzierungsvertrag hinausgehenden Mehrkosten zu tragen.

Gravierende Projektmängel

„Die Untersuchung hat erhebliche Projektversäumnisse festgestellt und offengelegt“,

so Palla bei der Vorstellung eines Konzernberichts zur Entwicklung des Projekts. Sie kündigte an, dass eine Neuorganisation der ausführenden Stellen stattfinden soll. „Das klare Ziel ist es, die komplexen Prozesse verlässlich und zukunftsfähig zu steuern. Ehrlichkeit und Realismus sind dafür entscheidend“, fügte sie hinzu.

Erwartungen an die Zukunft

Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir äußerte Verständnis für die Situation und erklärte, dass es schwierig sei, die wiederholten Verzögerungen zu rechtfertigen. Er betonte die Notwendigkeit eines leistungsfähigen Bahnknotens und die Wichtigkeit, die Belastungen für Fahrgäste und Anwohner zu minimieren.

Technische Herausforderungen

Die Bahn hat als Hauptgründe für die Verzögerung die Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Bahnknotens benannt. Zudem gibt es Probleme mit einem Technikgebäude, das für die aktuellen Anforderungen nicht mehr geeignet ist. Nachbesserungen sind notwendig, insbesondere in den Bereichen Steuerungstechnik und Energieversorgung sowie bezüglich eines neuen Notstromkonzepts.

Insgesamt zieht sich das Projekt Stuttgart 21 nun über 16 Jahre hin und zeigt, wie komplex und herausfordernd große Infrastrukturprojekte sein können.


Quellen: n-tv

Bildquelle: Pjt56 via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

TS