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Tesla-Aktionäre stimmen erneut über Aktienpaket für Musk ab

Elon Musk gehört zu den reichsten Menschen der Welt – könnte aber noch mehrere Dutzend Milliarden Dollar reicher sein. Doch ein 2018 gewährtes Tesla-Aktienpaket hängt in der Schwebe.

Elon Musk möchte mit dem Zukauf von Aktien einen Stimmrechtsanteil von 25 Prozent bei Tesla erreichen. Zurzeit besitzt er 13 Prozent.
Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Elon Musk, der CEO von Tesla, hat heute viel Geld auf dem Spiel. Die Aktionäre des Elektroauto-Herstellers werden bei der Hauptversammlung erneut über ein milliardenschweres Aktienpaket für den 52-Jährigen abstimmen.

Der Vergütungsplan wurde zwar bereits im Jahr 2018 von einer Mehrheit von 73 Prozent der Aktionäre gebilligt. Allerdings wurde er im Januar nach einer Klage von Anlegern von einer Richterin im US-Bundesstaat Delaware aufgehoben.

Die Richterin kam zu dem Schluss, dass Musk bei den Verhandlungen über die großzügige Vergütung im Tesla-Verwaltungsrat zu viel Einfluss im Hintergrund hatte, als dass man von einem fairen Verfahren sprechen könne. Da die Aktionäre über die Verstrickungen im Dunkeln gelassen worden waren, hatten sie keine Möglichkeit, eine gut überlegte Entscheidung zu treffen, argumentierte die Richterin.

Tesla wieder deutlich unter Spitzenwerten

Der Wert des Pakets wurde damals auf rund 56 Milliarden Dollar geschätzt, basierend auf den Vorgaben. Musk erhielt im Wesentlichen das Recht, schrittweise etwa 300 Millionen Tesla-Aktien zu dem Preis von 2018 zu erwerben, wenn das Unternehmen innerhalb eines Zeitraums von bis zu zehn Jahren einige ehrgeizige Ziele erreicht.

Unter anderem war es geplant, dass der Börsenwert von etwa 50 Milliarden Dollar auf 650 Milliarden Dollar steigen sollte. Aufgrund des schnellen Wachstums und der damaligen Elektroauto-Euphorie erreichte Tesla schnell diese Marke und war zeitweise sogar mehr als eine Billion Dollar wert – was Musks Vergütungspaket auf rund 100 Milliarden Dollar brachte. Mittlerweile hat die Nachfrage spürbar nachgelassen und Tesla bringt immer noch etwa 575 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage.

In den letzten Wochen hat Tesla wiederholt an die Aktionäre appelliert, das Paket erneut zu genehmigen. Verwaltungsratsvorsitzende Robyn Denholm argumentierte, dass dies nur fair sei, da der Wert von Tesla mit Musk an der Spitze des Unternehmens so stark gestiegen sei. Zudem warnte Tesla die Anleger davor, dass er seine Zeit auch in andere Unternehmen investieren könnte. Der umtriebige Tech-Unternehmer leitet unter anderem das Raumfahrtunternehmen SpaceX und ist Besitzer der Online-Plattform X.

Referendum über Musks Führung

Die Abstimmung über das große Aktienpaket wird somit zu einer Art Referendum über Musk. Einige Aktionäre haben in den letzten Monaten kritisiert, dass er Tesla nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt – und stattdessen bei X involviert ist und mit politischen Äußerungen für Kontroversen sorgt, die die Positionen der amerikanischen Rechten unterstützen. Musk hat jedoch angedeutet, dass er gerne die Kontrolle über Tesla mit einem Stimmrechtsanteil von 25 Prozent übernehmen würde, bevor er viel Energie in die Entwicklung Künstlicher Intelligenz steckt. Aktuell besitzt er einen Stimmrechtsanteil von 13 Prozent.

Gemäß den bisherigen Äußerungen großer Aktionäre könnte es letztendlich auf die Stimmen der Privatanleger ankommen. Tesla äußerte in den Unterlagen zur Hauptversammlung ebenfalls Unsicherheit darüber, ob das Paket nach der Gerichtsentscheidung lediglich durch ein Aktionärs-Votum wiederhergestellt werden kann.

Eine positive Entscheidung in Teslas Berufung gegen die Richterin könnte jedoch helfen. Die Firma könnte argumentieren, dass die Aktionäre nun über die Nähe zwischen Musk und den Verwaltungsratsmitgliedern informiert sind.

Die Anteilseigner stimmen auch über die Verlagerung des eingetragenen Firmensitzes von Delaware nach Texas ab, wo sich die große Tesla-Fabrik befindet. Ein Umzug hätte jedoch keinen Einfluss auf Musks Vergütung seit 2018.

dpa