Die Fabrik von Elon Musk in Grünheide bei Berlin hat eine neue Arbeitnehmervertretung gewählt. Die IG Metall stellt nach der ersten Auszählung die größte Gruppe, die Mehrheit hat sie aber nicht.
Tesla-Betriebsratswahl: IG Metall verfehlt Mehrheit

Laut dem Unternehmen hat die IG Metall bei der Tesla-Betriebsratswahl in Grünheide bei Berlin ihren Einfluss über die Zahl der Sitze nicht ausgebaut. „Knapp 60 Prozent der Sitze seien an nicht gewerkschaftlich organisierte Listen gegangen“, teilte der Elektroautobauer am Mittwochabend unter Berufung auf das vorläufige Wahlergebnis mit.
Vor zwei Jahren waren es fast 53 Prozent. Von den 39 Sitzen im neuen Betriebsrat entfallen daher 23 Sitze auf Listen außerhalb der Gewerkschaft, vor zwei Jahren waren es 10 von 19 Sitzen, die an nicht-gewerkschaftliche Listen gingen.
IG Metall größte Gruppe
Laut eigenen Angaben hat die IG Metall mit voraussichtlich 16 Mitgliedern die größte Gruppe. Insgesamt waren mehr als 12.000 Mitarbeiter von Montag bis Mittwoch aufgerufen, den Betriebsrat zu wählen. Tesla gab an, dass neun Listen mit insgesamt 224 Kandidaten antraten.
In der kommenden Woche wird der neue Betriebsrat voraussichtlich seine Arbeit aufnehmen. «Wir werden unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat fortsetzen», teilte eine Sprecherin von Tesla mit.
Brandenburgs Arbeitsminister Jörg Steinbach (SPD) wies auf ein großes Interesse an der Wahl hin. «Die hohe Wahlbeteiligung ist ein klares Signal für die Bedeutung der betrieblichen Mitbestimmung bei Tesla und den Wunsch nach Mitgestaltung der Arbeitsbedingungen durch die Beschäftigten», sagte Steinbach. Er wünsche dem neuen Gremium viel Erfolg für die Bewältigung der anstehenden Herausforderungen.
Streit vor der Wahl: IG Metall forderte mehr Zeit
Es handelte sich um die zweite Betriebsratswahl in der einzigen europäischen Autofabrik von Elon Musk. Die erste Wahl fand vor der Eröffnung des Werks statt, zu dieser Zeit gab es deutlich weniger Mitarbeiter.
Es gab Kontroversen um die Betriebsratswahl. Das Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) wollte die Wahl auf Antrag der IG Metall stoppen. Die Gewerkschaft verlangte zusätzliche Zeit für die Vorbereitung – auch aufgrund des Produktionsstopps im Januar aufgrund der unsicheren Lage am Roten Meer. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschied jedoch, dass die Wahl wie geplant Mitte März stattfinden kann. Somit waren Tesla und der Wahlvorstand erfolgreich.
Die Forderungen der IG Metall
Die IG Metall fordert verbesserte Arbeitsbedingungen und die Einhaltung eines Tarifvertrags. Tesla lehnt einen Tarifvertrag ab und behauptet, dass viele Forderungen der Gewerkschaft, wie beispielsweise Arbeitssicherheit oder bessere Bedingungen für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter, bereits erfüllt sind. Laut Werksleiter André Thierig plant Tesla, jährliche Lohnanpassungen anzubieten.
Nahe der Fabrik protestieren Umweltaktivisten seit Ende Februar im Wald gegen die geplante Erweiterung des Tesla-Geländes um einen Güterbahnhof. Dafür müsste Wald gerodet werden. Nach einer Gerichtsentscheidung darf das Protestcamp mit Baumhäusern vorerst bestehen bleiben.








