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Tesla mit zweitem Gewinnrückgang in Folge

Lange konnte Tesla locker jedes gebaute Elektroauto verkaufen, doch der Markt kühlte sich ab – und die Konkurrenz wurde stärker. Die Firma von Elon Musk bekommt das zu spüren.

Tesla bekommt die stärkere Konkurrenz zu spüren. (Archivbild)
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Tesla, der Vorreiter bei Elektroautos, hat das zweite Quartal hintereinander mit einem deutlichen Gewinnrückgang beendet. In den Monaten März bis Juni erwirtschaftete das von Tech-Milliardär Elon Musk geleitete Unternehmen rund 1,48 Milliarden Dollar (1,36 Mrd Euro) – 45 Prozent weniger als im Vorjahr.

Musk versuchte nach Vorlage der Quartalszahlen erneut, Investoren mit Versprechen einer großartigen Zukunft für Tesla durch selbstfahrende Autos und den humanoiden Roboter Optimus zu beruhigen. Gleichzeitig verschob er jedoch die Präsentation des Robotaxi-Prototypen vom Anfang August auf den 10. Oktober. Die Produktion der Optimus-Roboter wird nun bis Ende des kommenden Jahres in Aussicht gestellt. Erst 2026 sollen sie auch an andere Unternehmen verkauft werden. Musk war in der Vergangenheit oft zu optimistisch bei solchen Vorhersagen.

Die Anleger waren dieses Mal schwer zu überzeugen, da die Aktie im nachbörslichen Handel am Dienstag um fast acht Prozent fiel.

Umsatz wächst nur durch Energiegeschäft

Teslas Quartalsumsatz stieg um zwei Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar (23,5 Mrd Euro). Dies war hauptsächlich auf das wachsende Geschäft mit Energie und Stromspeichern zurückzuführen, das sich auf drei Milliarden Dollar verdoppelte. Im Autogeschäft sanken die Erlöse um sieben Prozent auf etwa 19,9 Milliarden Dollar (18,3 Mrd Euro).

Der Hersteller von Elektroautos, der bisher jedes produzierte Fahrzeug verkaufen konnte, spürt nun die Abkühlung des Marktes und die zunehmende Konkurrenz anderer Hersteller. Im zweiten Quartal sanken die Auslieferungen um knapp fünf Prozent auf knapp 444.000 Elektroautos. Dies war jedoch besser als von Analysten erwartet. Gleichzeitig wirkten sich wiederholte Preissenkungen auf den Gewinn aus.

Keine Absatzprognose für 2024 

Im letzten Jahr hat Tesla insgesamt etwa 1,8 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Für dieses Jahr gibt es immer noch keine genaue Prognose – nur die Feststellung, dass das Wachstumstempo langsamer sein wird.

Unklarheit herrscht auch nach wie vor um Teslas Pläne für ein günstigeres Modell, das die Verkäufe ankurbeln könnte. Musk stellte nun ein «erschwinglicheres» Fahrzeug für das erste Halbjahr 2025 in Aussicht.

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research in Bochum schätzt, dass Tesla in diesem Jahr nur rund 1,6 Millionen Fahrzeuge verkaufen werde. Damit würden die Produktionskapazitäten zu weniger als 70 Prozent ausgelastet. «Klassische Autobauer wären bei dieser Kapazitätsauslastung deutlich in roten Zahlen», betonte Dudenhöffer. Im ersten Halbjahr habe unter anderem der Personalabbau geholfen, die Kosten im Zaum zu halten.

Fortgeschrittene «Autopilot»-Software auch in Europa?

In den USA lässt Tesla Autofahrer bereits seit Monaten eine fortgeschrittene Version des Assistenzsystems «Autopilot» testen. Der Konzern nennt sie schon lange «Full Self-Driving» (FSD, komplett selbstfahrend). Allerdings darf ein Tesla in der Realität auch damit aktuell nicht als autonomes Auto betrieben werden und der Fahrer muss stets die Kontrolle behalten. Daher bekam die aktuelle FSD-Version den Zusatz «beaufsichtigt». 

Musk kündigte nun an, dass Tesla bald eine Zulassung der FSD-Technik auch bei Regulierern in Europa, China und anderen Regionen beantragen werde. «Und ich denke, dass wir sie wahrscheinlich bis Ende des Jahres auch bekommen werden.» 

Musk sagte, dass mehrere Autohersteller Interesse gezeigt hätten, FSD in ihre Autos zu integrieren, ohne Firmennamen zu nennen. Er gab jedoch zu, dass es Jahre dauern könnte, bis Tesla Lizenzerlöse aus einer solchen Kooperation sieht.

Der Tesla-Chef zeigte sich zugleich überzeugt, dass FSD möglicherweise noch in diesem Jahr nur noch selten ein Eingreifen des Menschen am Steuer erfordern werde. «Ich wäre schockiert, wenn wir es nicht kommendes Jahr schaffen.»

„Der Zug nach Berlin fährt um 8:45 Uhr ab“, sagte der Bahnhofsmitarbeiter.

dpa