Das Geschäft von Tesla war bisher stets auf Wachstumskurs. Doch unter anderem wegen der Politik von US-Präsident Trump schrumpfen die Erlöse. Roboter und Robotaxis sollen das Steuer herumreißen.
Musk rüstet Tesla auf Roboter und Robotaxis um

Elon Musk schwört Tesla nach einem Umsatzrückgang im ersten Jahr auf eine Zukunft mit Robotern und Robotaxis ein. Die älteren Modelle S und X werden eingestellt, um Platz für die Roboterproduktion zu schaffen. Obwohl sie einst den Ruf von Tesla begründeten, wurden sie zuletzt kaum noch ausgeliefert. Im laufenden Jahr soll die Produktion des Robotaxi-Fahrzeugs Cybercab ohne Lenkrad und Pedale beginnen. Der Tesla-Chef hofft, dass im Laufe der Zeit deutlich mehr Wagen dieses Modells hergestellt werden als von allen anderen Modellen zusammen.
In den beiden neuen Bereichen hat Tesla starke Konkurrenten und muss noch zeigen, dass die Technologie des Elektroauto-Pioniers auf dem Markt bestehen kann.
Tesla hat bisher nur einige fahrerlose Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz, die zuletzt noch von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet wurden. Im Gegensatz dazu betreibt die Google-Schwesterfirma Waymo bereits mehr als 2.500 fahrerlose Wagen in verschiedenen US-Städten und befindet sich auf Expansionskurs.
Es wird diskutiert, ob Musks Wahl, sich beim autonomen Fahren ausschließlich auf Kameras zu verlassen, ausreichende Sicherheit gewährleistet. Im Gegensatz dazu setzen Waymo und andere Hersteller auf zusätzliche Sensoren wie Laser-Radare, um die Umgebung der Fahrzeuge zu erfassen. Wenn Musks Strategie erfolgreich ist, würde Tesla einen erheblichen Kostenvorteil haben.
Musk testet den Robotaxi-Dienst von Tesla derzeit mit etwa 500 Fahrzeugen des Kompakt-SUV Model Y in Austin und Kalifornien. In Kalifornien muss jedoch immer noch ein Sicherheitsfahrer am Steuer sitzen.
Model S und Model X sollen Robotern weichen
Für Teslas Roboter mit dem Namen Optimus seien unterdessen nur chinesische Entwickler eine nennenswerte Konkurrenz sagte Musk. Allerdings gibt es auch in den USA Firmen, die bereits ihre Roboter in Fabriken getestet haben – etwa Figure AI im US-Werk von BMW. Tesla will die Optimus-Produktion in diesem Jahr beginnen – und Musk stellte jüngst auch in Aussicht, dass die bis Ende 2027 «der Öffentlichkeit» zum Verkauf angeboten werden könnten. Der Tech-Milliardär ist allerdings bekannt dafür, übermäßig ambitionierte Ziele auszugeben und Fristen zu setzen, die er später nicht einhält.
Im nächsten Quartal wird die Produktion der größeren Modelle S und X im kalifornischen Stammwerk Fremont eingestellt, um Platz für die Roboter-Produktion zu schaffen, sagte Musk. Die Besitzer der Fahrzeuge erhalten weiterhin technische Unterstützung während der Lebensdauer der Wagen, versicherte er.
Tesla-Erstling
Das Model S, das 2012 eingeführt wurde, war das erste Fahrzeug, das Tesla komplett im eigenen Haus entwickelt hat. Es festigte den Ruf des Unternehmens als Hersteller von Elektroautos, die mit guter Reichweite, Geschwindigkeit und attraktivem Design den damals dominierenden Verbrennermotoren standhalten konnten. Im Jahr 2015 folgte das Model X mit den markanten Flügeltüren. Seitdem wurden die beiden Modellreihen gelegentlich aktualisiert. Die neueren Modelle Model 3 und Model Y machen mittlerweile den Großteil des Tesla-Geschäfts aus: Fast 97 Prozent der Auslieferungen im vergangenen Jahr entfielen auf sie.
Sinkende Verkäufe
Das Hauptgeschäft von Tesla – der Verkauf von Autos – schrumpft derzeit. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen erstmals einen Umsatzrückgang. Die Erlöse sanken 2025 aufgrund geringerer Auslieferungen um etwa drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn fiel um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar.
Im Jahr 2025 verzeichnete Tesla den zweiten jährlichen Rückgang der Auslieferungen in Folge. Die Auslieferungen sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Im Jahr 2023 hatte Tesla den bisherigen Höhepunkt mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht. Trotz der niedrigeren Auslieferungen hatte der Umsatz im Jahr 2024 um ein Prozent zugelegt.
Negativer Trend
Die Tesla-Auslieferungen sanken im ersten Halbjahr des letzten Jahres um etwa 15 Prozent. Im dritten Quartal führte die Torschlusspanik vor dem Auslaufen der US-Elektroautoprämie Ende September vorübergehend zu einem Rekordhoch beim Absatz. Im darauffolgenden Quartal kam dann die Quittung mit dem nächsten Rückgang.
Das spiegelte sich auch im Finanzbericht wider. Der Umsatz sank im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar und der Gewinn fiel um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar.
Weniger Geschäft mit CO2-Verschmutzungsrechten
US-Präsident Donald Trump hat dafür gesorgt, dass die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos ausgelaufen ist und Tesla mit der Lockerung der Regeln zum CO2-Ausstoß auch eine verlässliche Geldquelle entzogen: Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten.
In den letzten Jahren hat Tesla seine Gewinnsituation durch den Verkauf von Verschmutzungsrechten immer wieder verbessert. Doch nun zeigen andere Automobilhersteller weniger Interesse daran. Im letzten Quartal fielen die Einnahmen von Tesla aus dem Zertifikatehandel auf 542 Millionen Dollar. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 692 Millionen Dollar – und im gesamten Jahr 2,76 Milliarden Dollar.
Musks Politik und Modellwechsel
Das Jahr 2025 war für Tesla holprig. In den ersten Monaten war Musk in Washington als Trumps Kostensenker im Regierungsapparat aktiv. Dabei ging er eher rabiat vor und brüstete sich unter anderem damit, die Entwicklungshilfe-Behörde «in den Holzhäcksler» geworfen zu haben.
Musk und Trump haben sich im Frühsommer im Streit getrennt, wobei der Präsident die Abschaffung der Elektroauto-Prämie angegeben hat. Musk hat dies bestritten. Mittlerweile scheinen sich die beiden wieder zu vertragen. Aufgrund von Musks Auftreten und politischen Ansichten haben sich einige potenzielle Tesla-Käufer abgewandt. Zu Beginn des Jahres wurde Tesla zudem durch den Modellwechsel beim Bestseller Model Y beeinträchtigt. Der futuristisch aussehende Elektro-Pickup Cybertruck von Tesla hingegen wird als Flop angesehen.
Im vergangenen Jahr griffen Autokäufer in den USA verstärkt zu Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben. In Europa waren im Elektroauto-Markt andere Hersteller auf dem Vormarsch, darunter auch aus China.








