Protest gegen eine Erweiterung, Anschlag auf die Stromversorgung: Der Widerstand gegen Autobauer Tesla wächst. Die Beschäftigten wählen nun intern den Betriebsrat neu. Die IG Metall hat Forderungen.
Tesla wählt Betriebsrat – IG Metall will Tarifvertrag

In der Tesla-Autofabrik in Grünheide bei Berlin wird ab Montag ein neuer Betriebsrat gewählt – unter den Listen ist auch die IG Metall. Insgesamt treten neun Listen mit 234 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl an. Die IG Metall, die 106 Kandidatinnen und Kandidaten stellt, setzt sich für mehr Personal, längere Pausen am Band, planbare Freizeit, die Übernahme von Leiharbeitern, mehr Gesundheitsschutz – und einen Tarifvertrag ein.
«Wir sind für ein Tesla in Grünheide, das den Beschäftigten die in der Branche üblichen guten Arbeitsbedingungen bietet», sagte der IG Metall-Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen, Dirk Schulze. Die Gewerkschaft setzt sich für höhere Entgelte, kürzere Arbeitszeiten und mehr Urlaub sein. All das solle rechtssicher in einem Tarifvertrag zwischen der IG Metall und Tesla geklärt werden.
Der US-Elektroautobauer lehnt einen Tarifvertrag ab. Werksleiter André Thierig ist der Meinung, dass ein Tarifvertrag nicht erforderlich ist. Bei einem Besuch von Tesla-Chef Elon Musk am Mittwoch kündigte er jährliche Lohnanpassungen an. Die amtierende Betriebsratschefin Michaela Schmitz, die weiterhin im Amt bleiben möchte, hatte auf Gehaltserhöhungen von bis zu 18 Prozent ohne Tarifvertrag hingewiesen.
Klimaaktivisten protestieren gegen geplante Tesla-Erweiterung
Es gab Uneinigkeit bezüglich der Betriebsratswahl. Das Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) hatte auf Antrag der IG Metall die Betriebsratswahl am 13. Februar gestoppt. Die Gewerkschaft verlangte zusätzliche Zeit für die Vorbereitung. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschied jedoch, dass die Wahl wie geplant Mitte März stattfinden kann. Somit waren Tesla und der Wahlvorstand siegreich.
Die erste Betriebsratswahl fand bereits im Februar 2022 statt – also noch vor der Eröffnung. Seitdem arbeiten wesentlich mehr Menschen in der Fabrik in Grünheide – derzeit sind es laut Unternehmensangaben rund 12.500 Personen. Unbekannte Täter haben in der vergangenen Woche einen Strommast in Brand gesetzt, der auch für die Stromversorgung des Werks zuständig ist. Die Produktion musste für einige Tage eingestellt werden. Die linksextreme Vulkangruppe hat erklärt, dass sie dafür verantwortlich sei.
Seit Ende Februar protestieren Klimaaktivisten gegen eine geplante Tesla-Erweiterung, für die Wald gerodet werden müssten. Das Camp im Wald nahe der Fabrik muss geräumt werden, aber die Polizei gewährt ihnen etwas mehr Zeit mit strengen Auflagen. Bis zum kommenden Montag haben die Aktivisten Zeit für einen Rückbau, andernfalls droht eine Räumung. Tesla plant den Bau eines Güterbahnhofs und Logistikflächen auf einem angrenzenden Gelände. Eine Mehrheit der Bewohner von Grünheide hat sich dagegen ausgesprochen. Die Gemeinde in Ostbrandenburg schlägt vor, weniger Wald zu roden – Tesla stimmt dem eigenen Angaben nach zu.








