Der Buchhändler Weltbild stellt das Geschäft ein. Die Kette Thalia hat nun die Freigabe erhalten, Teile des Vermögens des insolventen Unternehmens wie zum Beispiel Markenrechte übernehmen zu dürfen.
Thalia darf Vermögenswerte von Weltbild übernehmen

Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia darf Vermögensgegenstände des insolventen Buchhändlers Weltbild erwerben. Das Bundeskartellamt hat die Freigabe erteilt, wie aus einer Mitteilung der Wettbewerbsbehörde hervorgeht. Maßgeblich sei dabei gewesen, «dass mit Amazon ein deutlich größerer Wettbewerber sowohl beim Onlinehandel mit gedruckten Büchern als auch im Bereich E-Books existiert», sagte Präsident Andreas Mundt.
Thalia plant, die Kundenbeziehungen aus dem Weltbild Onlineshop sowie den verkauften E-Readern der Marke Tolino und die Weltbild-Marken und Domains zu übernehmen. Die Ladengeschäfte sind nicht betroffen.
«Thalia verfügt über eine bedeutende Marktposition im Buchhandel und ist über die Plattform Tolino auch eine relevante Kraft bei E-Books. Daher haben wir uns den Erwerb der Kundinnen- und Kundendaten und der Marken von Weltbild genau angesehen», sagte Mundt. Kundinnen und Kunden stünden mit den unabhängigen Buchhändlern, anderen Buchhandelsketten und dem Onlinehandel ausreichend Alternativen zur Verfügung.
Tolino wurde 2013 von der Telekom und führenden deutschen Buchhändlern – darunter Thalia und Weltbild – gegründet. Das Ziel war es, auf dem expandierenden E-Book-Markt ein wettbewerbsfähiges Angebot zu schaffen, insbesondere als Konkurrenz zum Kindle von Amazon.
Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass der insolvente Online-Buchhändler Weltbild den Geschäftsbetrieb Ende August endgültig einstellt. Von der Schließung waren 14 Filialen betroffen. Die 440 Mitarbeiter sollen im September ihre Kündigungen erhalten, so hieß es. Das Unternehmen hatte im Juni Insolvenz beim Amtsgericht Augsburg angemeldet. Es konnten keine Investoren gefunden werden, die den Betrieb übernehmen wollten.








