Einigung auf Details zu Interessenausgleich, Sozialplan und betriebliche Vereinbarungen. Weg frei für operative Umsetzung bis 2030.
Thyssenkrupp Steel startet harte Sanierung

Deutschlands größter Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel kann mit seiner harten Sanierung beginnen. Die Firma und die Gewerkschaft IG Metall gaben in Duisburg bekannt, dass sie sich auf letzte Details zum Interessenausgleich, Sozialplan und zu weiteren betrieblichen Vereinbarungen geeinigt haben. Dabei ging es unter anderem um die Höhe der Abfindungen und um die Altersteilzeit. Über die genauen Konditionen wurde Vertraulichkeit vereinbart. Außerdem sei die notwendige Finanzierung sichergestellt worden, hieß es von der Firma. Der Sanierungstarifvertrag läuft bis September 2030. Nun ist der Weg frei für die operative Umsetzung.
Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE), die Tochterfirma des Industriekonzerns Thyssenkrupp, leidet unter Überkapazitäten und niedrigen Preisen auf dem Weltmarkt, während asiatische Billigkonkurrenz die deutsche Traditionsfirma unter Druck setzt. Die Produktionskapazitäten sollen von 11,5 Millionen Tonnen pro Jahr auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen reduziert werden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, plant Thyssenkrupp Steel insgesamt 11.000 Stellen abzubauen und somit auf 16.000 Stellen zu schrumpfen. Im September 2024 gab es noch etwa 27.000 Stellen. Durch einen Einstellungsstopp liegt die Zahl inzwischen bei weniger als 26.000.
Wo der Rotstift angesetzt wird
Der Arbeitsplatzabbau soll durch Kürzungen im eigenen Personal (ungefähr minus 5000), Ausgliederungen von Konzernbereichen (4000) und die Trennung von Stellen erfolgen, die bei Unternehmen wie HKM (Hüttenwerke Krupp Mannesmann) angesiedelt sind. Thyssenkrupp Steel hält 50 Prozent an HKM, die anderen beiden Gesellschafter sind der Stahlkonzern Salzgitter und der Rohrhersteller Vallourec.
Thyssenkrupp Steel hat den Liefervertrag mit HKM bereits im April zum Jahresende 2032 gekündigt. Ein TKSE-Sprecher sagte, dass derzeit Gespräche mit Salzgitter und Vallourec über die nächsten Schritte für HKM laufen. «Wir arbeiten gemeinsam an einer einvernehmlichen Lösung, um schnellstmöglich Klarheit für die Beschäftigten zu erzielen.»
Thyssenkrupp-Steel-Chefin Marie Jaronie sagte nach der Finalisierung letzter Details des Sanierungskurses: «Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen langfristig eine Spitzenposition im europäischen Wettbewerb einnehmen.» Dafür seien die Voraussetzungen jetzt geschaffen worden.
Personalchef Wilfried von Rath sprach von einer zukunftsweisenden Vereinbarung. «Dabei müssen wir auch offen und ehrlich sagen: Wir werden viele Stellen abbauen und harte Einschnitte vornehmen», sagte von Rath. «Wir tun dies, um wettbewerbsfähiger zu werden und möglichst viele Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern.»
IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler sagte, die Vereinbarungen würden den Beschäftigten und dem Unternehmen Sicherheit für die notwendige Transformation geben. «Darum haben wir den an vielen Stellen schmerzhaften Vereinbarungen zugestimmt.»








