Von der Leyen & Co. kritisieren X scharf, posten auf Elon Musks Plattform aber weiterhin politische Botschaften – nicht hingegen bei der deutschen Konkurrenz Mastodon. Eine Kommissarin ändert das nun.
Trotz Kritik an X: EU-Spitzenvertreter nicht bei Mastodon

Trotz ihrer Kritik an Elon Musks Plattform X posten fast alle Spitzenvertreter der EU weiterhin dort und nicht bei der europäischen Konkurrenz. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und andere ranghohe Politiker haben nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur etwa weiterhin keinen offiziellen Account auf der Plattform der deutschen Firma Mastodon. Die für die digitale Unabhängigkeit der EU zuständige Vizepräsidentin, Henna Virkkunen, eröffnete dort erst am Abend erstmals ein offizielles Benutzerkonto, wie die EU-Kommission der dpa mitteilte.
Virkkunen hat beschlossen, ihre Präsenz in den sozialen Medien zu diversifizieren und europäische Unternehmen zu fördern, sagte ein Sprecher der Kommission. Er betonte, dass dieser Schritt schon länger geplant gewesen sei. Zudem verwies der Sprecher auf ein bestehendes Benutzerkonto der EU-Kommission als Institution. Tatsächlich postet die Brüsseler Behörde dort regelmäßig.
Es scheint, dass Konten für andere individuelle Mitglieder der Kommission zunächst nicht geplant sind. Laut Kommissionskreisen ist Mastodon derzeit weniger für politisches Engagement geeignet und eher für einen tiefgreifenden Austausch über politische und technische Themen. In ihrem ersten Beitrag auf Mastodon kritisierte Virkkunen X und drohte dem US-Unternehmen weitere Sanktionsmaßnahmen an.
Deutlich mehr Nutzer auf X – EU rechtfertigt Aktivitäten
Die Spitzenvertreter der EU posten regelmäßig auf X. Die EU-Kommission rechtfertigte die eigenen Aktivitäten in den vergangenen Tagen auch mit der Reichweite der Plattform: «Natürlich beobachten wir auch, wo unsere Zielgruppe selbst am aktivsten ist. Es ist wichtig für uns, unsere Botschaften an unser Zielpublikum zu vermitteln», hieß es von der Behörde. Nach eigenen Angaben hat Mastodon derzeit etwa 750.000 monatliche Nutzer – bei X sind es dem US-Unternehmen zufolge 100 Millionen.
X geriet in den letzten Tagen massiv in die Kritik, weil Nutzer den KI-Chatbot Grok auffordern können, gepostete Bilder zu sexualisieren. Indonesien und Malaysia haben als erste Länder weltweit den Chatbot vorübergehend gesperrt. Die EU und die britischen Behörden führen Ermittlungen gegen das Unternehmen durch und behalten sich Sanktionen vor.








