Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Trump droht Kanada mit neuem Strafzoll auf Flugzeug-Importe

Der US-Präsident bezeichnet Zölle als sein Lieblingswort. Nun droht er erneut dem größten Nachbarland. Auslöser scheint ein Streit um die Zulassung von US-Geschäftsflugzeugen in Kanada zu sein.

US-Präsident Donald Trump droht Kanada mit einem neuen Strafzoll, was wohl vor allem den Flugzeughersteller Bombardier treffen würde. (Symbolbild)
Foto: Jan Woitas/dpa

US-Präsident Donald Trump hat gedroht, Kanada mit einem neuen Strafzoll in Höhe von 50 Prozent für den Import von Flugzeugen zu belegen. Außerdem verkündete Trump auf seiner Plattform Truth Social, dass sämtliche Maschinen des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier und aller anderen dort hergestellten Jets die US-Genehmigung entzogen werde.

Als Grund für den Entzug und den möglichen Strafzoll nannte Trump den Umgang der kanadischen Behörden mit Gulfstream, einem US-Hersteller von Geschäftsflugzeugen. Kanada habe mehreren Modellen des Bombardier-Konkurrenten keine Betriebsgenehmigungen erteilt und damit im Prinzip deren Verkauf in dem Nachbarland verboten, klagte Trump. Sollte dies nicht «sofort korrigiert» werden, werde er eine zusätzliche Importgebühr von 50 Prozent verhängen, drohte der Präsident.

Trump verwendet oft Zölle als Druckmittel, um seine Ziele zu erreichen. Selbst traditionelle Verbündete wie Kanada sind davon betroffen. Manchmal sind Trumps Zölle jedoch nur eine Drohung und werden letztendlich nicht umgesetzt.

Trump greift Verbündeten Kanada zunehmend an

Vor kurzem drohte Trump Kanada mit hohen Zöllen, um eine stärkere wirtschaftliche Partnerschaft des Landes mit China zu verhindern. Falls Kanada mit der Volksrepublik einen Vertrag abschließen würde, würden alle Importe aus Kanada mit einem Zollsatz von 100 Prozent belegt, verkündete er auf Truth Social.

Kanadas Premierminister Mark Carney, der – ebenso wie sein Vorgänger Justin Trudeau – in der Vergangenheit diverse Streitigkeiten mit Trump auszutragen hatte, reiste im Januar nach Peking und kündigte danach an, die Zusammenarbeit mit China zu intensivieren. Kanada reduziert einen Teil seiner Zölle auf chinesische Elektroautos, während China im Gegenzug Handelshemmnisse für kanadische Agrarprodukte wie Raps abbauen will.

Nach seiner China-Reise fiel Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer eindringlichen Rede auf, die auch als Kritik an Trump und dessen aggressiver «America First»-Politik verstanden wurde. Der US-Präsident hatte mehrfach davon gesprochen, dass Kanada als Bundesstaat in die USA integriert werden sollte.

dpa