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Trump will Kreditkartenzinsen deckeln

US-Präsident Donald Trump plant, die Zinsen für Kreditkarten auf maximal zehn Prozent zu begrenzen, um Amerikanern finanzielle Erleichterung zu verschaffen.

Trumps Ankündigung stieß bei den Banken und Lobbyvereinigungen auf Unmut. (Symbolbild)
Foto: Steven Senne/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump plant, die Zinsen für Kreditkarten zu begrenzen, um die Bürger vor überhöhten Rückzahlungskosten zu schützen. Ab dem 20. Januar soll für ein Jahr ein Höchstzinssatz von zehn Prozent für Kreditkarten gelten, wie er auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Es bleibt jedoch unklar, ob und wie Trumps Vorhaben umgesetzt werden soll.

Trump verspricht sich davon, das Leben von US-Amerikanern «erschwinglich» zu machen: Viele von ihnen leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und haben keine großen Rücklagen. Zudem ist der Kauf auf Pump in den Vereinigten Staaten deutlich üblicher als in Deutschland, sodass sich viele verschulden und Kreditkartenzinsen jeden Monat aufs Neue bedienen müssen. 

Laut der US-Notenbank Federal Reserve betrug der durchschnittliche Zinssatz für Kreditkarten zwischen Ende 2023 und Ende 2024 21,5 Prozent im November 2025.

https://x.com/WhiteHouse/status/2009799629442035968

Trumps Ankündigung stieß bei den Banken und Lobbyvereinigungen auf Unmut. Die Zinsobergrenze werde dazu führen, dass Kredite eingeschränkter vergeben werden dürften und «verheerende Folgen für Millionen amerikanischer Familien und kleiner Unternehmen hätte», warnten sie in einer gemeinsamen Erklärung. Was genau die Konsequenzen sein sollen, ließen sie indes offen.

Überraschender Kurswechsel für «erschwinglicheres» Leben

Trumps jüngste Ankündigungen für ein erschwinglicheres Leben der US-Bevölkerung sind eine steile Kehrtwende in seiner politischen Ausrichtung: Neben dem Plan zur Deckelung der Kreditkartenzinsen hatte er jüngst auch in Aussicht gestellt, Profi-Investoren wie Banken, Versicherungen und großen Konzernen den Erwerb von Einfamilienhäusern verbieten zu wollen. Er kündigte «umgehend» Maßnahmen an – wie genau diese aussehen sollen, war unklar.

Zuvor hatte Trump noch den Streit um ein bezahlbares Leben in den USA immer wieder als großen «Schwindel» der Demokraten abgetan. Umso mehr überrascht es, dass er den Begriff «Erschwinglichkeit» in den vergangenen Tagen aufgriff und neue Maßnahmen ankündigte.

Trumps Pläne kommen Monate vor den wichtigen Kongresswahlen im November. Bei den sogenannten Midterms stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel der Sitze im Senat zur Wahl. Derzeit haben die Republikaner in beiden Kammern knappe Mehrheiten. Verliert Trumps Partei diese Mehrheit, dürfte seine restliche Amtszeit deutlich unangenehmer werden.

Kreditkartenbranche gerät unter Druck

Am Montag waren die Aktien von US-Branchengrößen wie American Express (Amex), Visa, Mastercard, sowie die der britischen Bank Barclays unter Druck. Vor dem Börsenstart fielen Amex in den USA um 4,4 Prozent auf 359,00 US-Dollar. Visa verzeichneten einen Verlust von 1,6 Prozent auf 344,24 Dollar und Mastercard sanken um 1,8 Prozent auf 565,37 Dollar.

In Europa traf es Barclays besonders hart. Das Papier verlor 3,1 Prozent auf 469,75 Pence. Die spanische Banco Santander und die französische Societe Generale verloren jeweils 1,7 Prozent. Hierzulande fielen die Aktien der Deutschen Bank dagegen um moderate 0,5 Prozent auf 32,89 Euro.

Analyst: Rahmenbedingungen der Branche auf den Kopf gestellt

Laut dem Analysten Matt Britzman von der britischen Investmentgesellschaft Hargreaves Lansdown entspricht Trumps Forderung nach einer Grenze von zehn Prozent für diese Zinsen ungefähr der Hälfte des aktuellen Durchschnittszinssatzes.

Folglich würden die grundlegenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche auf den Kopf gestellt und die Kreditgeber gezwungen, ihr Risikomanagement und ihre Kreditvergabepolitik zu überdenken.

Analyst Britzman geht davon aus, dass die meisten Banken darauf mit einer Senkung der Kreditlimits, der Schließung risikoreicherer Konten und einer Reduzierung der Prämienprogramme reagieren dürften, «da sie bei diesem Preisniveau Verluste einfach nicht decken könnten». Kartenorientierte Unternehmen in den USA wären am stärksten betroffen, aber auch große Universalbanken mit Kartensparten würden den Druck zu spüren bekommen.

dpa