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Regionale Handwerks- und Industrieprodukte in Deutschland erhalten geografischen Schutz

Neue EU-Verordnung schützt Berliner Porzellan, Kölnisch Wasser, Geigen aus Mittenwald und weitere Produkte ab sofort.

Die Schwarzwälder Kuckucksuhr ist mögliche Kandidatin einer geschützte regionalen Herkunftsbezeichnung. (Archiv)
Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Der Schutz regionaler Erzeugnisse in ganz Europa bezieht sich nicht mehr nur auf Alkohol und Lebensmittel: Ab sofort haben auch Hersteller regionaler Handwerks- und Industrieprodukte in Deutschland die Möglichkeit, ihre Produkte mit einer geografischen Angabe schützen zu lassen, wie das Deutsche Patent- und Markenamt in München bekannt gab. Laut einer Studie der EU-Behörde für geistiges Eigentum (EUIPO) in Alicante, Spanien, wurden 39 regionale Produkte und Produktgruppen aus Deutschland identifiziert, die dafür in Frage kämen.

Von Berliner Porzellan bis Wetzlarer Optik

Zu diesen Produkten gehören Berliner Porzellan, Kölnisch Wasser und Holzfiguren aus dem Erzgebirge, genauso wie Geigen aus Mittenwald, Ravensburger Spiele und die Produkte der optischen Industrie in Wetzlar – in dieser hessischen Stadt hat unter anderem der weltbekannte Kamera- und Objektivhersteller Leica seinen Hauptsitz. Die EU-Verordnung existiert bereits seit 2023, aber die entsprechende Umsetzung in deutsche Gesetze tritt erst an diesem Freitag in Kraft.

Bisher wurden in der EU nur Alkohol und landwirtschaftliche Erzeugnisse rechtlich geschützt. So sind beispielsweise drei verschiedene Allgäuer Käsesorten geschützt: Allgäuer Bergkäse, Allgäuer Emmentaler und Allgäuer Sennalpkäse. Auch das bayerische Bier, Lübecker Marzipan sowie Nürnberger und Thüringer Rostbratwürste sind bekannte Beispiele.

«Geschützte Herkunftsangaben untermauern die Bedeutung regionaler Erzeugnisse und schaffen Bewusstsein für ihren Wert», sagte Patentamts-Präsidentin Eva Schewior. «Zudem helfen sie dabei, traditionelles Know-how in den entsprechenden Regionen zu erhalten, Wertschöpfung zu steigern und Arbeitsplätze vor Ort zu sichern.»

EU-Behörde gefällt offenkundig deutsches Porzellan 

Die Münchner Bundesbehörde bearbeitet die deutschen Anträge, die dann in einer zweiten Stufe an das EUIPO weitergeleitet werden. In der Kandidatenliste der europäischen Behörde fällt vor allem das Porzellan stark auf. Dazu gehören Berliner, Dresdner, Freiberger, Fürstenberger, Hutschenreuther, Meißner und Nymphenburger Porzellan.

dpa