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Umfrage: Mehrheit würde keinen Tesla kaufen

Die Elektroautos von Tesla waren lange Zeit beliebt in Deutschland. Inzwischen blicken viele Verbraucher jedoch sehr kritisch auf die Marke.

Deutsche Hersteller sind bei E-Autos am beliebtesten, die Marke Tesla hat einen Imageschaden erlitten.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Laut einer Analyse hat die US-Automarke Tesla in Deutschland Schwierigkeiten. Etwa 75 Prozent der Menschen können sich nicht vorstellen, ein Tesla-Elektroauto zu kaufen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage aus dem vergangenen Sommer, die nun vom Institut der deutschen Wirtschaft im Rahmen einer neuen Studie veröffentlicht wurde. Fast 60 Prozent schließen den Kauf demnach komplett aus, während weitere gut 16 Prozent eher nicht interessiert sind.

Das Interesse an Elektroautos in Deutschland ist durchaus vorhanden. Etwa 37 Prozent würden in Betracht ziehen, ein Modell eines deutschen Herstellers zu erwerben. Rund ein Viertel denkt über den Kauf eines Fahrzeugs eines chinesischen Anbieters nach (23 Prozent), während Tesla nur auf 13 Prozent kommt. Etwa 42 Prozent der Befragten lehnen grundsätzlich den Kauf eines Elektroautos ab.

Neuzulassungen halbiert

Tesla war in Deutschland lange Zeit sehr erfolgreich. Im Jahr 2024 war das Model Y gemäß dem Kraftfahrt-Bundesamt das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland, jedoch fiel es ein Jahr später im Ranking auf den 12. Platz. Das Institut der deutschen Wirtschaft wird von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Bundesverband der Deutschen Industrie getragen.

Matthias Diermeier, Autor der Studie, erklärt den Rückgang der Marke unter anderem durch das politische Engagement des Firmenchefs Elon Musk. Musk unterstützte US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf, war danach kurzzeitig in der Regierung tätig und empfahl vor der Bundestagswahl die AfD.

Das Institut hat seine Umfrage im Juni und Juli des letzten Jahres durchgeführt, wenige Wochen nachdem Musk seine Tätigkeit für die Regierung Trump beendet hatte. 5.392 Personen ab 18 Jahren in Deutschland wurden repräsentativ befragt.

«Elon Musk hat sich auf dem europäischen Markt seine Zielgruppe verprellt», sagt IW-Experte Diermeier. Die Folgen zeigen sich auch in den Verkaufszahlen: Die Zahl der Neuzulassungen brach im vergangenen Jahr um 48 Prozent auf 19.390 Fahrzeuge ein. Tesla rutschte damit auf Rang neun ab.

Parteipolitisch aufgeladenes Thema

Die Umfrage zeigt, dass es große Unterschiede bei den Parteipräferenzen gibt. Knapp zwei Drittel der Grünen können sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen, bei der AfD ist es nicht einmal jeder Fünfte. Auch Tesla stößt dort nicht auf viel Zustimmung: Für weniger als 15 Prozent der AfD-Anhänger kommt ein Kauf in Frage. Ein Grund dafür ist die geringe Offenheit für Elektromobilität: Mehr als zwei Drittel lehnen grundsätzlich den Kauf eines E-Autos ab.

Politische Einstellungen spielen beim Autokauf laut Studie eine zentrale Rolle. «Die Elektromobilität ist neben Windrädern und Wärmepumpen ein weiteres Beispiel für die parteipolitische Aufladung von Klimapolitik in Deutschland», erläuterte Diermeier.

dpa