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Umfrage: Viele Beschäftigte offen für KI – aber auch Sorgen

Viele Berufstätige lassen sich im Job schon von Künstlicher Intelligenz helfen. Neben den Vorteilen sehen sie auch Risiken – und melden Schulungsbedarf an.

Schon in fast der Hälfte der Unternehmen in Deutschland kommen nach einer Umfrage im Auftrag der PwC Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KI-Anwendungen zum Einsatz. Die Beschäftigten sind offen dafür. Aber es gibt auch Sorgen.
Foto: Oliver Berg/dpa

Künstliche Intelligenz (KI) ist bereits in den Arbeitsalltag vieler Unternehmen in Deutschland eingezogen – und wird von den Mitarbeitern nach einer Umfrage mehrheitlich als nützlich angesehen. Fast vier von zehn Berufstätigen (38 Prozent) gaben bei der Umfrage im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC an, dass sie generative KI-Anwendungen am Arbeitsplatz nutzen. Auf Unternehmensseite setzen bereits 45 Prozent auf Tools wie ChatGPT, DeepL oder Microsoft Copilot.

85 Prozent der Befragten, deren Unternehmen bereits KI einsetzen, gaben an, dass sie dank solcher Anwendungen Aufgaben schneller erledigen können. 83 Prozent berichteten zudem von einer höheren Kreativität bei der Erstellung von Inhalten mit KI. Laut der Umfrage werden die Technologien am häufigsten in Unternehmen für die Texterstellung (43 Prozent) und Übersetzungen (38 Prozent) eingesetzt. Etwa ein Drittel (32 Prozent) nutzt Künstliche Intelligenz für Rechercheaufgaben, im Kundensupport oder beim Beantworten von E-Mails. Und ungefähr jedes vierte Unternehmen setzt KI-Tools ein, um Berichte zu erstellen oder Social-Media-Kanäle zu managen.

PwC-Experte: Mittelstand noch zurückhaltend 

Hendrik Reese, KI-Experte bei PwC, sprach von einer rasanten Entwicklung. Dass fast jedes zweite Unternehmen solche Anwendungen nutze, bedeute im Umkehrschluss allerdings auch, «dass die andere Hälfte viele Potenziale für mehr Effizienz oder digitale Geschäftsmodelle noch nicht hebt». Zurückhaltend zeige sich bisher der Mittelstand. «Hier sind KI-Lösungen oft erst punktuell implementiert», ergänzte Uwe Rittmann, der den Bereich Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC Deutschland leitet. Auch bei diesen Unternehmen sei das Interesse an KI aber grundsätzlich hoch. 

Aber es gibt auch Sorgen. So fürchtet fast jeder zweite Befragte (46 Prozent), dass KI auch missbräuchlich verwendet werden kann. Die Sorge, durch die KI «abgehängt und nutzlos zu werden», äußerten insgesamt 22 Prozent der Berufstätigen. Verbreiteter sind diese Befürchtungen bei jüngeren Berufstätige aus der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre (27 Prozent), während lediglich 17 Prozent der 60- bis 65-Jährigen diese Sorge haben. 

Beschäftigte räumen Wissenslücken ein

Laut der Umfrage gibt es eine hohe Bereitschaft, sich in Bezug auf KI-Tools weiterzubilden – jedoch besteht auch noch viel Nachholbedarf. Nur etwa ein Viertel der Befragten (28 Prozent) hat bereits eine oder mehrere Schulungen zu generativer KI absolviert. Etwa ein Drittel (33 Prozent) der Befragten gibt an, sehr gute oder gute Kenntnisse in diesem Bereich zu haben. 32 Prozent schätzen ihre Kenntnisse als ausreichend ein, während fast ein Viertel der Befragten bei der Umfrage angab, mangelhafte Kenntnisse (24 Prozent) zu haben. 11 Prozent gaben an, überhaupt keine Kenntnisse zu besitzen.

dpa