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Automanager blicken pessimistischer in die Zukunft

Nur 34 Prozent der Manager erwarten profitables Wachstum in den nächsten fünf Jahren, im Vorjahr waren es noch 41 Prozent. Besonders in Japan und Westeuropa ist die Wachstumserwartung gesunken.

In Westeuropa werden 2030 nach Ansicht von Automanagern 30 Prozent der verkauften Neuwagen E-Autos sein.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Gemäß einer Umfrage blicken zahlreiche Manager aus der Automobilindustrie etwas weniger optimistisch in die Zukunft. Dies wird durch eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG vom Donnerstag belegt, für die weltweit über 1000 Führungskräfte – von denen gut die Hälfte aus der Vorstandsetage stammt – befragt wurden. Laut der Studie sind lediglich 34 Prozent der Manager äußerst zuversichtlich, in den nächsten fünf Jahren ein profitables Wachstum zu erzielen. Im Vorjahr waren es noch 41 Prozent der Befragten.

Laut den Angaben gab es große Unterschiede je nach Weltregion und Teil der Branche. Insbesondere in Japan sank die Wachstumserwartung der Manager deutlich um 22 Punkte. Das Minus war jedoch auch bei Entscheidern in Westeuropa und den USA sichtbar. Lediglich in China stieg der Anteil der Manager, die sich sehr zuversichtlich zeigten, von 28 Prozent in der vorherigen Umfrage auf aktuell 36 Prozent.

China ist der bedeutendste Automarkt der Welt. Die Automobilindustrie in China hat sich als Zulieferer etabliert und konkurriert zunehmend mit eigenen Autos mit anderen Herstellern – nicht nur auf dem heimischen Markt. Die Führung des Landes hat bereits vor Jahren das Ziel formuliert, im Bereich der Elektroautos zum Technologieführer aufzusteigen.

Erwartung insbesondere bei Autozulieferern getrübt

Die Gruppe, die am pessimistischsten war, waren Manager von Zulieferern. Der Prozentsatz der Führungskräfte, die sehr zuversichtlich waren, profitabel zu wachsen, sank um 32 Punkte auf 23 Prozent. Der Übergang zum E-Motor trifft die Branche besonders hart. Einige Autozulieferer müssen sich aufgrund der Transformation komplett neu erfinden, können die Kosten dafür aber nur teilweise an die Hersteller weitergeben.

Nach Meinung der Automanager werden im Jahr 2030 in Westeuropa 30 Prozent der verkauften Neuwagen Elektroautos sein. Auf die Frage nach der Marktführerschaft in diesem Segment fällt die Antwort ziemlich eindeutig aus: Die meisten Führungskräfte in der Branche sehen Tesla an erster Stelle, gefolgt von BMW und Audi. Mercedes-Benz landet auf dem fünften Platz. Volkswagen liegt abgeschlagen auf Rang 8, hinter BYD und Toyota. Eine große Mehrheit der Manager (77 Prozent) geht außerdem davon aus, dass die Preise für Neuwagen innerhalb eines Jahres um mindestens fünf Prozent steigen werden.

Manager erwarten Umbruch im Autohandel

Auch der Autohandel könnte in den nächsten Jahren vor einem Wandel stehen. Lediglich etwa ein Drittel der Befragten glaubte, dass herkömmliche Händlermodelle im Jahr 2030 immer noch die wichtigste Form des Neuwagenverkaufs sein werden. Die übrigen Manager gehen davon aus, dass andere Vertriebswege die Oberhand gewinnen werden. Dazu gehören beispielsweise der Direktverkauf der Automobilhersteller an ihre Kunden oder der Verkauf über digitale Handelsplattformen.

Laut KPMG wurde berichtet, dass die langfristige Verschiebung weg vom traditionellen Autohandel wahrscheinlich auf die zunehmende Verbreitung digitaler Plattformen und veränderte Präferenzen der Verbraucherinnen und Verbraucher zurückzuführen ist. Die Führungskräfte wurden im Oktober 2023 befragt und kamen aus verschiedenen Bereichen der Autobranche, darunter Hersteller, Zulieferer, Händler und andere. Sie stammten aus 30 Ländern.

dpa