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UN-Bericht: Wirtschaftlicher Einbruch in besetzten palästinensischen Gebieten

Arbeitslosigkeit und Armut steigen durch israelische Militäraktionen. Gazastreifen BIP um 81% eingebrochen, Westjordanland leidet ebenfalls.

Bis zu 96 Prozent des Landwirtschaftssektors ist im Gazastreifen zerstört (Archivbild)
Foto: Mohammed Hajjar/AP/dpa

Laut einem UN-Bericht haben die besetzten palästinensischen Gebiete aufgrund der israelischen Militäraktionen einen beispiellosen wirtschaftlichen Niedergang erlebt. Dies führte zu steigender Arbeitslosigkeit und Armut. Die israelischen Angriffe erfolgten als Reaktion auf die Terroranschläge am 7. Oktober.

Im Gazastreifen sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im letzten Quartal 2023 um 81 Prozent eingebrochen. Das entspreche einem Rückgang von 22 Prozent für das Gesamtjahr. «Die Wirtschaft liegt in Ruinen», berichtet die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) in Genf. In diesem Sommer sei das BIP nur noch ein Sechstel so groß gewesen wie 2022. 

Auch im Westjordanland hätten Spannungen, Landbesetzung und Gewalt durch israelische Siedler und die Zerstörung palästinensischer Anlagen verheerende wirtschaftliche Folgen.

Der Text behandelt den Gazastreifen und das Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem. Die Vereinten Nationen betrachten auch den Gazastreifen als besetztes Gebiet, da Israel alle Zugänge kontrolliert. Israel betrachtet sich seit dem Abzug von Militär und Zivilisten im Jahr 2005 nicht mehr als Besatzungsmacht im Gazastreifen.

Agrarsektor weitgehend zerstört

Im Gazastreifen sind 80 bis 96 Prozent der Landwirtschaft zerstört oder nicht mehr nutzbar, einschließlich Bewässerungssysteme, Viehzuchtbetriebe, Plantagen, Lagerhäuser und Maschinen. 82 Prozent der Privatunternehmen sind zerstört oder beschädigt. Zwei Drittel der Arbeitsplätze – 201.000 sind weggefallen.

Im Westjordanland haben 96 Prozent der Unternehmen über schlechtere Geschäfte berichtet. 306.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Dadurch haben Familien 25,5 Millionen Dollar (23 Mio Euro) an Einkommen eingebüßt und die Armut breitet sich aus. Das BIP ist im 4. Quartal um 19 Prozent gesunken, für das Gesamtjahr betrug der Rückgang nach einer vielversprechenden Entwicklung vor dem 7. Oktober 1,9 Prozent.

Unctad prangert Besatzung an

«Die Unctad betont, dass die anhaltende Besatzung das Haupthindernis für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung bleibt», teilte die Organisation mit. Die 1964 in Genf gegründete Unctad setzt sich in den Vereinten Nationen besonders für die Belange der Länder mit kleinen und mittleren Einkommen ein. Sie hat 195 Mitgliedsländer.

dpa