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Airlines finden Probleme bei weiteren Boeings

An dem Bauteil, das vergangene Woche aus dem Rumpf einer Boeing 737 Max 9 riss, gibt es auch in anderen Maschinen des Typs lose Schrauben. US-Airlines fanden das Problem bei ersten Untersuchungen.

Bei Inspektionen von Flugzeugen des Typs Boeing 737 Max 9 hat die US-Fluggesellschaft United Airlines lose Schrauben an dem Rumpf-Bauteil gefunden (Archivbild).
Foto: Ted S. Warren/AP/dpa

Nachdem ein Teil des Rumpfes einer Boeing 737 Max 9 während des Fluges abgebrochen war, haben Alaska Airlines und United Airlines nach ersten Überprüfungen an anderen Maschinen dieses Typs Probleme an derselben Stelle festgestellt. Beide Fluggesellschaften berichteten von lockeren Schrauben und Teilen.

Es wurde zunächst nicht mitgeteilt, wie viele Maschinen bisher betroffen sind. Dem Hersteller Boeing droht neuer Ärger mit der 737 Max, falls sich Hinweise verdichten sollten, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt.

Am Wochenende hat die FAA angeordnet, dass Flugzeuge des gleichen Typs am Boden bleiben und überprüft werden sollen. Das Bauteil, das bei dieser Variante des Modells eine nicht benötigte Türöffnung verschließt, riss plötzlich kurz nach dem Start im Steigflug bei einem Flug von Alaska Airlines heraus.

Weltweit 170 Flugzeuge mit möglichem Defekt

Nach Informationen der Website «The Air Current» wurden die losen Schrauben und andere Probleme mit dem Bauteil bei mindestens fünf Maschinen von United Airlines gefunden. United hat 79 Flugzeuge des Typs, Alaska laut Medienberichten 65 – und weltweit sind es gut 170 Maschinen. In der Europäischen Union sind laut der hiesigen Behörde EASA keine Flugzeuge von Stilllegungen und Inspektionen betroffen.

Die 171 Passagiere des Alaska-Flugs am Freitag entkamen größtenteils unversehrt. Laut Experten ist dies auch glücklichen Umständen zu verdanken: Niemand saß direkt an dem abgebrochenen Teil und alle Passagiere waren während des Steigflugs angeschnallt.

Schon mal Probleme mit Boeing 737 Max

United und Alaska haben noch nicht mit den offiziellen Inspektionen begonnen, die von der FAA vorgeschrieben sind, da die erforderlichen Unterlagen formalisiert werden müssten. Die Airlines haben jedoch bereits damit begonnen, Sitzreihen zu entfernen und die Innenverkleidung abzunehmen, um Zugang zur Stelle am Flugzeugrumpf zu erhalten. Anstelle der Abdeckung ist bei Konfigurationen der 737 Max 9 mit mehr Sitzplätzen eine Tür vorgesehen. Die kleinere Variante 737 Max 8 hat keine Türöffnung.

Obwohl die 737 Max ein Bestseller von Boeing ist, hat sie das Unternehmen bereits in eine schwere Krise gestürzt. Nach zwei tödlichen Abstürzen mussten Maschinen dieses Typs von März 2019 an über eineinhalb Jahre lang am Boden bleiben, bis Verbesserungen an einem Flugassistenzsystem vorgenommen wurden.

dpa