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Tarifverhandlungen und Schlichtung bei Lufthansa

Kann ich in den Osterurlaub fliegen, fragen sich derzeit viele Passagiere bang. Nach den vergangenen Streikwellen im Luftverkehr gibt es nun wieder Verhandlungen.

Beim Bodenpersonal drohen der Lufthansa unbefristete Streiks. Darüber sollen die Arbeitnehmer abstimmen.
Foto: Boris Roessler/dpa

Unmittelbar vor dem Start der Osterreisewelle sind die Anstrengungen zur Lösung verschiedener Tarifkonflikte in der Luftfahrt in vollem Gange. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo und Lufthansa setzen ihre zweitägigen Verhandlungen für die Kabinenbeschäftigten fort.

«Wir haben großes Interesse daran, Passagiere nicht übermäßig zu belasten», sagte Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Im Tarifkonflikt beim Lufthansa-Bodenpersonal sollen Schlichter helfen. Für den Fall einer ergebnislosen Schlichtung startete Verdi die Urabstimmung über unbefristete Streiks. Am Mittwoch beginnt zudem die sechste Tarifrunde für das Luftsicherheitspersonal an Flughäfen.

Die Gewerkschaft Ufo fordert für die rund 18.000 Kabinenbeschäftigten der Lufthansa und die knapp 1000 Mitarbeiter der Regionaltochter Lufthansa Cityline eine Lohnerhöhung von 15 Prozent über eine Vertragslaufzeit von 18 Monaten. Zusätzlich strebt die Gewerkschaft eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro sowie höhere Zulagen an. Letzte Woche haben die Flugbegleiter der Lufthansa und Lufthansa Cityline an den Flughäfen Frankfurt und München jeweils an einem Tag gestreikt.

Ramelow und Weise sollen schlichten

Im Tarifkonflikt der etwa 25.000 Beschäftigten der Lufthansa am Boden sollen Ministerpräsident Bodo Ramelow und der frühere Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, schlichten. «Sollte die Schlichtung jedoch kein Ergebnis bringen, dem die Beschäftigten zustimmen können, ist davon auszugehen, dass es zu Erzwingungsstreiks kommen wird», hatte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky gesagt. Ein Erzwingungsstreik ist ein unbefristeter Streik.

Die Schlichtung beginnt am Montag, den 25. März, und endet spätestens am Gründonnerstag, den 28. März. Während der Schlichtung gilt eine Friedenspflicht. Streiks wären theoretisch am Karfreitag möglich. Zuletzt wurden aufgrund eines von Verdi organisierten Warnstreiks in diesem Bereich Hunderte Lufthansa-Flüge gestrichen.

Verhandlungen für Luftsicherheitspersonal nach Warnstreikwelle

Nach der letzten Streikwelle des Luftsicherheitspersonals an deutschen Flughäfen planen Vertreter der Gewerkschaft Verdi, sich am Mittwoch in Berlin mit den privaten Unternehmen der Luftsicherheit zu treffen. Die Tarifparteien haben den Donnerstag für weitere Verhandlungen reserviert.

Es handelt sich um die Arbeitsbedingungen von rund 25.000 Mitarbeitern privater Sicherheitsdienstleister. Sie führen im Auftrag der Bundespolizei Kontrollen von Passagieren, Personal und Gepäck an den Zugängen zum Sicherheitsbereich durch. Während zweitägiger Warnstreiks an verschiedenen deutschen Flughäfen fielen laut Schätzungen des Flughafenverbandes ADV in der letzten Woche insgesamt 662 Flüge aus, wodurch mehr als 100.000 Passagiere betroffen waren. Bei einer ersten Welle von Warnstreiks am 1. Februar wurden schätzungsweise etwa 1100 Flüge gestrichen.

Die Osterferien starten in zehn Bundesländern am kommenden Montag (25.3). Hamburg, Niedersachsen und Bremen haben bereits begonnen.

dpa