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US-Börsenaufsicht räumt Weg für Digitalgeld-Fonds frei

Die Zulassung von Bitcoin-ETFs Anfang des Jahres hat eine Kurs-Rally der Kryptowährung ausgelöst. Nun stellt die US-Börsenaufsicht auch für die zweitwichtigste Digitalwährung Ether die Ampel auf Grün.

Der Weg der Kryptowährung Ether für ETFs ist in den USA nun frei.
Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Die US-Börsenaufsicht SEC hat grundsätzlich den Weg für börsengehandelte Fonds (ETF) in der Kryptowährung Ether freigegeben. Am Donnerstag erlaubte die SEC unter anderem der Technologiebörse Nasdaq und der New York Stock Exchange den Handel mit Finanzprodukten, die auf der Ethereum-Datenbank (Blockchain) basieren.

Um solche Fonds zu erstellen, benötigen interessierte Anbieter wie Blackrock und Fidelity jedoch noch eine individuelle Genehmigung der Behörde, wie aus einer SEC-Mitteilung hervorgeht. Es wurde zunächst keine Frist festgelegt. Für das bekannteste digitale Geld Bitcoin sind sie bereits seit Januar zugelassen.

Die Einführung der Bitcoin-Spot-ETFs wurde bereits als bedeutender Schritt angesehen, um Digitalwährungen für traditionelle Investoren zugänglicher zu machen. Anstatt direkt in Kryptogeld zu investieren, stellt die Investition in solche Fonds für viele Anleger eine einfachere Option dar.

Ether und Bitcoin

Ether ist nach Bitcoin das zweitwichtigste Digitalgeld. Bitcoin wurde als Alternative zu herkömmlichem Geld geschaffen und dient vor allem als digitaler Wertespeicher. Ethereum hingegen ist nicht nur eine Kryptowährung. Es ist eine Open-Source-Plattform zur Erstellung und Umsetzung digitaler Verträge («Smart Contracts») und dezentraler Anwendungen. Rechtlich gesehen handelt sich bei Bitcoin um einen Rohstoff wie Gold. Ether schätzt die SEC aber eher als Wertpapier ein, weil bei der Validierung von Transaktionen («Stalking») auf der Ethereum-Blockchain die Marktteilnehmer eine bestimmte Anzahl an Ether als Sicherheit hinterlegen und dafür eine Art Dividende erhalten.

Die SEC unter ihrem Chef Gary Gensler war bisher eher skeptisch gegenüber Kryptowährungen und hat sich lange Zeit gegen die Zulassung von Spot-ETFs gesperrt. Die Genehmigung für Bitcoin im Januar war nicht ganz freiwillig. Im letzten Jahr erlitt die Aufsichtsbehörde eine Niederlage vor Gericht, nachdem sie den Antrag von Grayscale abgelehnt hatte. Ein Berufungsgericht entschied, dass die Entscheidung willkürlich war, da die SEC keinen klaren Unterschied zu anderen zugelassenen Anlagen gemacht hatte. ETFs auf Bitcoin-Futures wurden bereits im Jahr 2021 genehmigt.

Markt in Europa

Bitcoin- und Ether-ETFs sind in Deutschland nicht verfügbar, da nach geltendem Recht keine ETFs zugelassen sind, die nur auf einem einzelnen Basiswert basieren. Es gibt jedoch bereits mehrere börsengehandelte Kryptowährungsprodukte für Investoren in Europa, sogenannte Exchange-traded Products (ETPs), die zwar rechtlich von ETFs verschieden sind, aber ähnlich funktionieren.

Die mit Spannung erwartete SEC-Entscheidung führte in der letzten Woche zu erheblichen Kurssteigerungen bei Ether. Trotz Gewinnmitnahmen lag der Kurs am Freitag im Wochenvergleich immer noch etwa 20 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn hat Ether gegenüber dem US-Dollar etwa 56 Prozent zugelegt. Bitcoin verzeichnet im gleichen Zeitraum einen Anstieg von knapp 52 Prozent. Kryptowährungen sind jedoch bekannt für starke Kursschwankungen, weshalb Verbraucherschützer sie in der Regel nicht als Wertanlage empfehlen.

dpa