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Aquakultur in Deutschland: DFV fordert Entbürokratisierung

Aquakultur in Deutschland kann Potenzial nicht ausschöpfen, Verband fordert Entbürokratisierung für Wachstum und Bestandsschutz.

Ein Mitarbeiter kontrolliert ein Aufzuchtbecken in Niedersachsen.
Foto: Philipp Schulze/dpa

Nach Einschätzung des Deutschen Fischereiverbands (DFV) behindern rechtliche Vorgaben und Bürokratie weiterhin das Wachstum der Aquakultur. Der Verband verweist insbesondere auf das Wasser-, Naturschutz- und Fischseuchenrecht. Vor Beginn des Deutschen Fischereitags am Dienstag in Hamburg betont der Verband die Forderung nach Entbürokratisierung, wie der DFV der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das Potenzial der Muschelproduktion in Schleswig-Holstein bleibt ungenutzt. Zudem ist der Bestand insgesamt gefährdet, da Fischfresser wie Kormoran, Otter und Biber nicht abgewehrt werden können.

Das Branchentreffen auf Bundesebene endet am Donnerstag. Themen sind die Ernährungssicherheit, die Transformation der Fischerei und die Bedeutung von Fisch für eine klimagerechte Ernährung. Laut eigenen Angaben vertritt der Verband bis zu einer Million organisierte Fischer und Angler aus allen Bereichen.

Aquakultur gewinnt an Bedeutung

Aquakultur ist die kontrollierte Zucht von verschiedenen Fischarten wie Forellen, Karpfen und Muscheln. Laut dem neuesten Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen übersteigt die Aquakulturproduktion weltweit mittlerweile die Fischereiproduktion. Der DFV gibt an, dass Deutschland derzeit nicht mit der Entwicklung der Aquakultur Schritt halten kann.

Im vergangenen Jahr produzierten die Aquakulturbetriebe in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 35.200 Tonnen, einschließlich Algen. Dieser Wert liegt weiterhin unter den etwa 39.200 Tonnen, die im Jahr 2011 erzeugt wurden. Die meisten Betriebe produzierten in Schleswig-Holstein, Bayern und Niedersachsen.

Im vergangenen Jahr wurden in der Hochsee- und Küstenfischerei fast 157.000 Tonnen Fisch und Krusten- und Weichtiere an Land gebracht, wie aus einem Bericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hervorgeht. Der größte Teil des Fangs wurde in Bremen angelandet, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

dpa