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Deutsche sparen bei Lebensmitteln – weniger Geld im Portemonnaie, weniger Ausgaben für Frisches

Deutsche geben lieber Geld für anderes aus als für frisches Obst und Gemüse, obwohl sie unter dem EU-Durchschnitt liegen.

Laut einem Statistik-Handbuch zur Fruit Logistica wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 5,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse geerntet.
Foto: Fabian Sommer/dpa

Verbraucher sparen angesichts gestiegener Lebenskosten dem Deutschen Fruchthandelsverband zufolge zunehmend bei den Ausgaben für frisches Obst und Gemüse. «Der Verbrauch privater Haushalte hat in den vergangenen Monaten nachgegeben», sagte Verbands-Geschäftsführer Andreas Brügger der Deutschen Presse-Agentur. «Die Leute haben weniger Geld im Portemonnaie – und dann sparen sie beim Essen – und geben lieber Geld für anderes aus als für Frisches.» 

Im EU-Vergleich essen die Deutschen im Durchschnitt weniger frisches Obst und Gemüse als andere. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt täglich 400 Gramm Obst und Gemüse zu essen, aber die Deutschen verzehren nur durchschnittlich 287 Gramm.

Die Branche trifft sich von diesem Mittwoch an zur Fachmesse Fruit Logistica in Berlin. Den Unternehmen machen nach Verbandsangaben die Auswirkungen der hohen Inflation und viel Bürokratie zu schaffen. «Die Unternehmen ersticken in Bürokratie und Dokumentationspflichten. Das macht alles nur noch teurer – die Waren aber ja nicht besser», sagte Brügger. 

Unmut in der Agrarpolitik

Gemäß einem Statistik-Handbuch zur Fruit Logistica wurden im letzten Jahr in Deutschland 5,2 Millionen Tonnen Obst und Gemüse geerntet. Laut Brügger stammen etwa zwei Drittel des frischen Obstes und Gemüses in deutschen Geschäften aus anderen Ländern. In Italien wurden im letzten Jahr 17,44 Millionen Tonnen Obst und Gemüse geerntet, in Spanien sogar 21,596 Millionen Tonnen.

Dass zahlreiche Landwirte derzeit ihren Unmut über die Agrarpolitik kundtun, ist aus Sicht des Fruchthandelsverbands verständlich. Die Landwirtschaft und auch der Gartenbau seien mit «Auflagen ohne Ende» konfrontiert. Die Kürzung der Agrardieselsubventionen habe den Ausschlag für die Proteste gegeben, die Probleme seien aber umfangreicher.

Brügger hält es für unrichtig, über ein Verbot der Verpackung von frischem Obst und Gemüse nachzudenken. Um die Produkte angemessen präsentieren zu können, ihre Haltbarkeit zu erhöhen und somit Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, sind Verpackungen unbedingt erforderlich. Außerdem machen die Verpackungen für frisches Obst und Gemüse nur einen geringen Anteil an der Gesamtmenge der Verpackungen im Lebensmittelbereich aus.

Laut der Messe präsentieren sich während der Fruit Logistica von Mittwoch bis Freitag über 2770 Aussteller aus 94 Ländern.

dpa