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Elektrofachhandel in Deutschland: Umsätze sinken trotz gestiegener Preise

Verbraucher sparen bei Haushaltstechnik und Unterhaltungselektronik. Branchenumsatz 2023 elf Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Markt für Unterhaltungselektronik verzeichnet kurz vor dem Start der IFA in Berlin weiter teils kräftige Umsatz-Rückgänge.
Foto: Jörg Carstensen/dpa

Im Jahr 2023 war es für den Elektrofachhandel in Deutschland kein gutes Jahr: Verbraucher haben insbesondere bei Haushaltstechnik und Unterhaltungselektronik gespart. Trotz gestiegener Preise sanken die Umsätze bei technischen Konsumgütern im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent und bei Haushaltsgeräten um 2,4 Prozent, wie das Marktforschungsinstitut NIQ bekannt gab. Im Gegensatz dazu stiegen die Privatausgaben insgesamt im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent, angetrieben durch Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Drogerie-Produkten.

Laut der Studie gibt es jedoch große Unterschiede im Bereich Technik und Elektronik: Haushaltskleingeräte wie Fritteusen, Handstaubsauger, Toaster, Haartrockner und Mixer liefen besser und verzeichneten leichte Zuwächse. Bei IT-Produkten – wie PCs, Laptops und Monitoren – und Fernsehern (minus acht Prozent) sowie Haushaltsgroßgeräten wie Wasch- und Spülmaschinen (minus sechs Prozent) brach das Geschäft hingegen stark ein. Im vergangenen Jahr haben sich Konsumenten laut NIQ eher darauf konzentriert, nur defekte Produkte zu ersetzen.

«Krisenstimmung und Kaufzurückhaltung»

Sara Warneke, Geschäftsführerin der Branchenorganisation gfu, ist nicht überrascht von dem Negativtrend. «Die allgemeine Unsicherheit und die Wirtschaftslage führen bei den Konsumenten zu einer Krisenstimmung und entsprechend zu Kaufzurückhaltung.» Laut den Marktforschern war der Branchenumsatz im Jahr 2023 zwar deutlich höher als vor der Corona-Pandemie, jedoch verzeichnete der Elektrofachhandel einen Umsatzrückgang von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Händler führen die außergewöhnlich hohen Umsätze in den Vorjahren als Ursache an. Während der Corona-Zeit haben die Verbraucher viele Anschaffungen getätigt und vorgezogen. Dies führte dazu, dass die Absatzmenge zuletzt deutlich gesunken ist. Die Zahl der verkauften Fernseher sank laut gfu um 10,9 Prozent auf 4,4 Millionen Stück. Ein weiterer Umsatzdämpfer waren die gestiegenen Preise. Smartphones, Kameras und Spielkonsolen waren im Schnitt mehr als zehn Prozent teurer als noch im Vorjahr.

Branche hofft auf bessere Stimmung

Von «herausfordernden Zeiten» spricht Friedrich Sobol, Vorstand der Verbundgruppe ElectronicPartner, zu der die EP-Fachhändler und die Medimax-Märkte zählen. Bedingt durch die wirtschaftliche Lage hätten die Menschen zuletzt verstärkt im unteren bis mittleren Preissegment eingekauft. Das Unternehmen Ceconomy, dem Europas größte Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn angehören, verzeichnete für das zurückliegende Geschäftsjahr zwar einen Gewinn. In Deutschland habe es jedoch eine «geringere Kundennachfrage» gegeben. 

Der Branchenverband gfu erwartet im laufenden Jahr eine Verbesserung der Marktlage und peilt ein Umsatzplus zwischen einem und zwei Prozent an. Benedict Kober, Vorstandssprecher von Euronics Deutschland, rechnet für 2024 nicht mit einer vollständigen Erholung. Grund dafür seien die schwächelnde Baukonjunktur sowie die Verunsicherung auf Verbraucherseite. «Sollte sich die Konsumentenstimmung jedoch zum Beispiel durch positive Nachrichten aus der Politik oder im Rahmen sportlicher Großereignisse deutlich aufhellen, so besteht Grund zu verhaltenem Optimismus», so Kober.

dpa