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Verdi erhöht Druck in Tarifkonflikt mit Deutscher Post

Verdi ruft bundesweit zu Warnstreiks auf, da Angebot der Arbeitgeber als unzureichend angesehen wird.

Derzeit dürften sich die Pakete in so gut wie allen Paketzentren des Logistikers DHL stauen, da es Warnstreiks gibt.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post AG intensiviert die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den Druck und ruft bundesweit am Donnerstag Mitarbeiter in der Brief-, Paket- und Verbundzustellung an ausgewählten Standorten sowie in Service-Niederlassungen zu Warnstreiks auf. Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatte Verdi die Beschäftigten in den Paketzentren zu Warnstreiks aufgefordert.

«Das Angebot, das die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde vorgelegt haben, ist völlig unzureichend. Bei Annahme würde es spürbare Reallohn-Einbußen für die Beschäftigten bedeuten», sagte Andrea Kocsis, stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin. In der vierten Verhandlungsrunde in der nächsten Woche müsse ein verbessertes Angebot auf den Tisch kommen.

Kluft der Positionen ist noch groß

Verdi fordert eine Erhöhung der Entgelte um sieben Prozent in einem Tarifvertrag, der nur zwölf Monate dauern würde und für etwa 170.000 Briefträger, Paketboten und andere Logistik-Mitarbeiter gelten soll. Die Post, zu der DHL gehört, bietet in einem 27 Monate langen Vertrag eine Erhöhung von zunächst 1,8 Prozent und später von weiteren 2,0 Prozent an.

Verdi besteht auch darauf, dass drei zusätzliche Urlaubstage gewährt werden, um die gestiegene Arbeitsbelastung auszugleichen. Verdi-Mitglieder sollen sogar vier Tage erhalten. Die Post hingegen bietet nur einen zusätzlichen Urlaubstag für Mitarbeiter an, die weniger als 30 Urlaubstage im Jahr haben – also etwa zwei Drittel der Belegschaft.

Verhandlungen gehen am Montag weiter

Die ersten drei Verhandlungsrunden waren erfolglos, die vierte Runde ist für Montag geplant. Die Post betonte, dass das Ziel sei, am Verhandlungstisch zu einer Einigung zu gelangen.

Verdi hatte in den letzten Wochen immer wieder zu Warnstreiks in verschiedenen Bereichen aufgerufen, sei es im Paket- oder Briefbereich. Dies führte an einigen Orten zu erheblichen Verzögerungen bei der Zustellung von Sendungen.

dpa