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Vergleichsportal: Festgeldzinsen sinken erstmals wieder

Die Zinsrallye scheint vorerst beendet. Die Zinsen auf Festgeld sinken einer Auswertung zufolge wieder. Bessere Nachrichten gibt es für Immobilienkäufer.

Die Zinsen auf Festgeld sinken einer Auswertung zufolge wieder.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Zum ersten Mal seit etwa anderthalb Jahren sind die Zinsen für Ersparnisse auf dem Festgeldkonto wieder gesunken. Dennoch ist das Niveau immer noch relativ hoch, wie aus den Daten des Vergleichsportals Verivox hervorgeht. Gleichzeitig können Immobilienkäufer und Hausbauer aufatmen: Baukredite sind laut dem Portal Check24 günstiger geworden.

Seit Juli 2022 hat die Europäische Zentralbank (EZB) zehn aufeinanderfolgende Zinserhöhungen vorgenommen, um der hohen Inflation im gemeinsamen Währungsraum entgegenzuwirken. Sparer haben davon profitiert, während Bauherren mit höheren Kosten konfrontiert waren. Zuletzt hat die EZB eine Pause bei den Zinserhöhungen eingelegt. Heute steht die nächste geldpolitische Entscheidung der Notenbank an.

Inzwischen ist die Inflation deutlicher gesunken, als von vielen Experten erwartet. «Eine niedrige Inflation könnte die Notenbank veranlassen, ihre Leitzinsen früher als bislang geplant zu senken. Das berücksichtigen die Banken in der Ausgestaltung ihrer Festgeldkonditionen», erläuterte Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.

Harter Wettbewerb

Laut den Verivox-Daten erhielten Sparer am 11. Dezember für 10.000 Euro bei bundesweit aktiven Banken im Durchschnitt 3,35 Prozent Zinsen für Festgeld mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Anfang November waren es noch 3,39 Prozent. Festgeld mit einer Laufzeit von fünf Jahren wurde demnach noch durchschnittlich mit 3,15 Prozent verzinst, zuvor waren es 3,21 Prozent.

Die Angebote regional tätiger Sparkassen und Genossenschaftsbanken liegen nach Angaben von Verivox im Schnitt unter denen bundesweit aktiver Banken. «Bei den örtlichen Sparkassen und Genossenschaftsbanken sinken die Zinsen wesentlich schneller und stärker als bei Banken, die ihre Sparprodukte bundesweit anbieten und sich somit einem wesentlich schärferen Wettbewerb ausgesetzt sehen», erklärte Maier.

Verivox hat bisher noch keinen Rückgang der Durchschnittszinsen beim Tagesgeld beobachtet, jedoch ist der Anstieg zuletzt nahezu zum Stillstand gekommen. Bei Banken mit einem bundesweiten Angebot stiegen die Zinsen in diesem Bereich seit Anfang November minimal um 0,06 Prozentpunkte auf durchschnittlich 1,71 Prozent an. Im Durchschnitt erhalten Sparer bei Sparkassen (0,59 Prozent) und den regionalen Genossenschaftsbanken (0,58 Prozent) deutlich weniger.

Zinsen für Immobilienkredite gesunken

Immobilienkäufer profitieren dagegen von einem Zinsrückgang. «Banken preisen bereits mögliche Zinssenkungen der Notenbanken im kommenden Jahr ein», sagte Ingo Foitzik, Geschäftsführer Baufinanzierung bei Check24. Die Zinsen der zehnjährigen Bundesanleihe, an denen sich Zinsen für Immobilienkredite orientieren, seien dementsprechend gefallen.

Gemäß den Daten des Vergleichsportals Check24 beträgt der durchschnittliche Zinssatz für einen Baukredit von 400.000 Euro derzeit 3,34 Prozent pro Jahr (Stichtag: 13. Dezember). Die Zinskosten belaufen sich daher auf 114.085 Euro bis zum Ende der zehnjährigen Sollzinsbindung bei gleichbleibender Monatsrate. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 4,02 Prozent im Oktober bedeutet dies eine Ersparnis von 28.771 Euro an Zinskosten.

Bauherren, die ein neues Darlehen oder eine Anschlussfinanzierung für einen Immobilienkredit benötigen, sind von Änderungen der Zinshöhe betroffen. Bei bestehenden Hypothekenkrediten bleibt in der Regel alles gleich. Auch das Verbraucherportal Biallo.de gibt Informationen zu den Zinsen.

dpa