"Victoria’s Secret" plant Expansion in Deutschland mit neuen Standorten. Experten kritisieren fehlende Diversität im Storytelling.
Victoria’s Secret expandiert in Deutschland,Eröffnung der ersten Filiale in Hamburg, weitere Standorte bis 2026 geplant. Body Positivity fehlt laut Experten.

Das US-Dessous-Label «Victoria’s Secret» möchte in diesem Jahr in Deutschland expandieren. In der Hamburger Mönckebergstraße soll im Sommer die erste reguläre Filiale eröffnen. Das gaben der Modekonzern und der Franchisepartner PTH Group in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt.
Laut Planung sind bis Ende 2026 noch zwei weitere Standorte geplant, und in den kommenden Jahren sollen weitere folgen. Bisher wurde nicht bekannt gegeben, wo diese entstehen werden.
Bisher gibt es in Deutschland nur kleine Geschäfte der Marke im Sicherheitsbereich der Flughäfen Düsseldorf und Hamburg. Auch Bestellungen über den Onlineshop sind möglich.
Expertin: «Storytelling nicht mehr zeitgemäß»
«Victoria’s Secret» wurde 1977 im US-Bundesstaat Ohio gegründet und vertreibt Unterwäsche, Nacht- und Bademode, Sportbekleidung sowie Düfte und Körperpflegeprodukte. Berühmt ist das Label auch für seine großen Modeschauen.
«“Victoria’s Secret“ ist eine ikonische Unterwäschemarke, die in den 2000er-Jahren durch Supermodels zu einem Popkultur-Phänomen wurde», sagt Audrey Mehn. Die Modeprofessorin ist Präsidentin der International School of Management in Dortmund. Mit luxuriösen Dessous habe der Konzern «ein normiertes Schönheitsideal geprägt».
Laut Mehn fehlt es jedoch an einer klaren Positionierung zum Thema Body Positivity, also der Akzeptanz unterschiedlicher Körperformen. «Das Storytelling ist meiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß, da heutzutage viel mehr auf Diversität geachtet wird.»
Später Start in Deutschland
Laut eigenen Angaben des Unternehmens gibt es weltweit rund 1.380 Filialen in fast 70 Ländern. In einigen europäischen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Italien ist «Victoria’s Secret» bereits seit einiger Zeit aktiv.
In Deutschland beginnt das Unternehmen jedoch erst jetzt richtig Fuß zu fassen. Die Marke habe in den letzten Jahren mit internen Krisen, Managementwechseln und strategischer Neuausrichtung zu kämpfen gehabt, sagt Expertin Mehn. Der deutsche Markt wird in Branchenkreisen als schwierig und stark umkämpft angesehen.
In Deutschland sind bereits mehrere Filialisten im Bereich Unterwäsche tätig. Zu den größten gehören Hunkemöller, Calzedonia, Intimissimi und Herzog & Bräuer. Die PTH Group mit Sitz in Bischofswerda, Sachsen, betreibt als Franchise-Partner in Deutschland knapp 60 Läden bekannter Marken wie Adidas, Boss, Hugo, Tommy Hilfiger und G-Star.








