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Viel weniger neue Solaranlagen auf deutschen Dächern

In den letzten beiden Jahren hat sich der Zubau fast halbiert. Ein breites Bündnis aus 13 Verbänden warnt davor, die Förderung zu kürzen, wie von Wirtschaftsministerin Reiche geplant.

2025 sind nur noch etwas mehr als halb so viele neue Photovoltaikanlagen auf Dächern installiert worden, wie 2023. (Symbolbild)
Foto: Rainer Jensen/dpa

Der Solarausbau auf deutschen Dächern stockt. 2025 sind nur noch etwas mehr als halb so viele neue Anlagen installiert worden, wie noch zwei Jahre zuvor, wie eine Hochrechnung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeigt, die der dpa vorab vorliegt. «In einer derartigen Marktlage wäre eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen zwangsläufig Gift», warnt Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Gemeinsam mit zwölf anderen Verbänden, darunter der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft, warnt er daher vor drastischen Kürzungen bei der Förderung, wie sie für 2026 geplant sind.

Der BSW-Solar geht davon aus, dass im Jahr 2025 etwa 453.800 neue Dach-Solaranlagen im Heimsegment bis 30 Kilowatt Leistung in Betrieb genommen wurden. Diese Schätzung basiert auf Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur, die voraussichtlich noch nachgemeldet werden. Obwohl diese Zahl hoch klingt, ist sie um 29 Prozent niedriger als im Jahr 2024. Bereits damals war die Anzahl der Installationen rückläufig. Im Vergleich zu den 793.800 Anlagen aus dem Jahr 2023 bedeutet dies einen Rückgang um 43 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Leistung sinkt um gut ein Drittel

Der Rückgang bei der neu installierten Leistung im Heimbereich ist nicht so stark. Laut BSW-Solar wird für 2025 von 5,15 Gigawatt Maximalleistung (Gigawatt Peak) ausgegangen. Dies entspricht einem Rückgang um 25 Prozent im Vergleich zu 2024 und um 35 Prozent im Vergleich zu 2023.

Das ist jedoch nur ein Teil der neu errichteten Solarflächen. Insgesamt – einschließlich Freiflächenanlagen – geht der Verband von 17,5 Gigawatt neu installierter Leistung aus. Dies ist weniger als die etwa 20 Gigawatt, die laut Körnig in den nächsten fünf Jahren im Durchschnitt benötigt werden, um das Ausbauziel von 215 Gigawatt aus dem EEG-Gesetz zu erreichen. Bis Ende 2025 sind laut Verband etwa 118 Gigawatt installierte Maximalleistung verfügbar, davon 43,7 Gigawatt auf Dächern im Heimbereich.

Verbände gegen Einschnitte

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant, zukünftig keine staatliche Förderung mehr für neue kleine Solaranlagen zu gewähren, da sich diese auch ohne Unterstützung für die Verbraucher lohnen. Allerdings ist dies in der Koalition noch nicht beschlossen.

Körnig widerspricht zudem: Von einer Überförderung der Dachanlagen könne keine Rede sein, betont er. «Das belegt eine seit zwei Jahren rückgängige PV-Nachfrage in Deutschlands Eigenheimsiedlungen. Anstelle weiterer Fördereinschnitte braucht es politischen Rückenwind und verlässliche Rahmenbedingungen.»

In diese Kerbe schlägt auch der Appell der Verbände: «Ohne einen attraktiven Förderrahmen dürfte sich der Photovoltaik-Zubau im Eigenheimsegment mehr als halbieren», befürchten sie. Im Mehrfamilienhaus-Bereich gehen sie von einer Stagnation «auf zu niedrigem Niveau» aus. «Dies würde die Klimaziele gefährden und die Abhängigkeit von teuren fossilen Energieträgern verlängern.» Konkret fordern sie daher unter anderem, die Ausbauziele bei erneuerbaren Energien beizubehalten und bei der Förderung keine größeren Einschnitte vorzunehmen, sondern nur nachzujustieren.

Auch bei Balkonkraftwerken stagniert der Neubau

Die Förderung spielt keine Rolle für die beliebten Balkonkraftwerke, aber auch bei ihnen zeigt sich 2025 eine Verschlechterung. Nach extremen Wachstumszahlen seit Ausbruch des Ukrainekrieges stagniert das Wachstum. Für 2025 geht der BSW-Solar von einem Zubau von 436.100 Anlagen aus. Das ist minimal weniger als 2024.

Die Steckersolaranlagen sind bei Verbrauchern beliebt, da sie kostengünstig und einfach zu installieren sind und sich relativ schnell amortisieren können. Für die Energiewende haben sie jedoch nur eine begrenzte Rolle. Die gut 1,2 Millionen existierenden Steckersolaranlagen haben zusammen eine Maximalleistung von 1,2 Gigawatt. Der Zubau im Jahr 2025 betrug etwa ein halbes Gigawatt.

dpa