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Streik begonnen – große Einschränkungen im Bahnverkehr

Verwaiste Bahnhöfe, genervte Fahrgäste: Der vierte und längste Streik der GDL hat begonnen. Seit dem Morgen müssen Kundinnen und Kunden der Bahn damit klarkommen, dass kaum ein Zug fährt.

Der vierte Lokführerstreik der GDL hat begonnen.
Foto: Boris Roessler/dpa

Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn hat begonnen. Der Ausstand begann am Abend um 18.00 Uhr im Güterverkehr und wurde in der Nacht um 2.00 Uhr auf den Personenverkehr ausgeweitet. Die Bahn bestätigte dies am frühen Morgen. Der Arbeitskampf soll bis Montagabend um 18.00 Uhr andauern. Fahrgäste müssen sich in den nächsten Tagen also auf erhebliche Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr einstellen.

Wie in den vorherigen Streiks hat die Bahn erneut einen Notfahrplan mit stark reduziertem Angebot erstellt. Kunden können auf der Website oder in der App der Bahn herausfinden, welche Züge fahren. Darüber hinaus hat das Unternehmen eine kostenlose Info-Hotline eingerichtet, über die individuelle Fahrplaninformationen gegeben werden.

Wer vorher ein Ticket für den Zeitraum des Streiks erworben hat, hat die Möglichkeit, seine Reise auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Die Bahn hat die Zugbindungen aufgehoben. Es ist möglich, Sitzplatzreservierungen kostenfrei zu stornieren.

Es handelt sich um den vierten und bisher längsten Streik der Gewerkschaft. Zum ersten Mal während des laufenden Tarifkonflikts erstreckt er sich auch über ein ganzes Wochenende.

Situation im Tarifkonflikt verfahren

Die Situation im Tarifkonflikt ist festgefahren. Es gab seit Ende November keine Verhandlungen zwischen der GDL und der Bahn. Auch im neuesten Angebot der Bahn sah die Gewerkschaft unter der Führung von Claus Weselsky keine Grundlage für Gespräche. Im Dezember wurden die Mitglieder der GDL per Urabstimmung über unbefristete Streiks abstimmen lassen. Rund 97 Prozent der teilnehmenden Beschäftigten sprachen sich dafür aus. Seitdem sind mehrtägige Streiks möglich.

Der Tarifstreit dreht sich hauptsächlich um das Thema Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter, neben finanziellen Forderungen. Die GDL möchte die Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden bei gleichem Gehalt reduzieren. Die Bahn hat ein Wahlmodell angeboten, das eine einstündige Absenkung ohne finanzielle Verluste vorsieht. Wenn jemand dagegen entscheidet, bekommt er stattdessen 2,7 Prozent mehr Gehalt. Gewerkschaftschef Claus Weselsky sieht in dem Angebot keine Grundlage für weitere Verhandlungen.

Der Tarifkonflikt wird komplexer, da die GDL ihren Einfluss im Unternehmen erweitern und Tarifverträge auch für die Beschäftigten der Infrastruktursparte abschließen möchte. In dieser Sparte existieren bereits Tarifverträge mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mit der die GDL konkurriert. Die Bahn hat diese Forderung bisher abgelehnt.

dpa