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VW will Personalkosten senken

VW will die Personalkosten in der Verwaltung um 20 Prozent senken. Gelingen soll das ohne Kündigungen. Die Altersteilzeit wird ausgeweitet, Jüngeren werden Abfindungen angeboten.

VW weitet die Altersteilzeit aus - die Personalkosten sollen sinken.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Volkswagen, Europas größter Autobauer, hat im Rahmen seines Sparprogramms beschlossen, gezielt Abfindungen anzubieten und die Altersteilzeit zu erweitern. Wie in einer internen Mitteilung an die Belegschaft angekündigt wurde, wird das Angebot der Altersteilzeit verlängert. Die Frist zur Meldung für die Geburtsjahrgänge 1965 und 1966, für die bereits entsprechende Programme existieren, wird ebenso ausgedehnt wie für den Jahrgang 1967, für den das Programm zuletzt geöffnet wurde. Jüngeren Mitarbeitern werden gezielt Abfindungen angeboten. Eine Sprecherin bestätigte diese Informationen auf Anfrage der dpa.

«Wir gehen den Weg der Restrukturierung der Volkswagen AG ganz bewusst und gezielt an», sagte Personalvorstand Gunnar Kilian laut der Mitteilung. «Darauf haben wir uns mit dem Betriebsrat verständigt.» Ziel sei es, die Personalkosten in der Verwaltung bis 2026 um 20 Prozent zu senken.

Die Einsparung ist Teil des Effizienzsteigerungsprogramms, das im vergangenen Jahr eingeführt wurde. Der Konzern hatte bereits im Dezember Eckpunkte mit dem Betriebsrat vereinbart. Es waren keine betriebsbedingten Kündigungen vorgesehen. VW hat noch nicht bekannt gegeben, wie viele Stellen abgebaut werden sollen. Es wird betont, dass es nicht um Köpfe, sondern um Kosten geht.

Großes Interesse an Altersteilzeit

«Wir sehen aktuell ein großes Interesse an unserer attraktiv ausgestalteten Altersteilzeit», sagte Personalvorstand Gunnar Kilian laut der Mitteilung. «Mit durchschnittlich 85 Prozent des Entgelts in der aktiven sowie passiven Phase bieten wir unseren Kolleginnen und Kollegen den Übergang in einen finanziell gesicherten Ruhestand. Gleichzeitig bietet die Altersteilzeit dem Unternehmen die Möglichkeit, Personal nachhaltig sozialverträglich abzubauen.»

Des Weiteren hat der Vorstand des Unternehmens beschlossen, im Verwaltungsbereich gezielt Aufhebungsverträge mit Abfindung anzubieten. Bis Ende Mai gibt es eine zusätzliche Sonderprämie für Mitarbeiter, die sich schnell entscheiden. Im Gegensatz zu früheren Abfindungsprogrammen gilt das Angebot jedoch nicht für alle Interessierten, sondern muss von VW in jedem Einzelfall genehmigt werden. Außerdem betrifft es nur Mitarbeiter im Verwaltungsbereich und nicht in der Fertigung.

Kein pauschales Abfindungsprogramm

«Wir haben uns bewusst gegen ein pauschales Aufhebungsvertragsangebot entschieden», erklärte Kilian. «Es ist klar, dass eine nachhaltige Personalkostensenkung nur dann wirken kann, wenn wir unsere Personalinstrumente gezielt und im Sinne der doppelten Freiwilligkeit einsetzen.»

Im nächsten Jahr soll das Programm bei der Kernmarke Volkswagen bereits vier Milliarden Euro an Ergebnisverbesserung bringen, bis 2026 sollen es zehn Milliarden Euro pro Jahr werden. Nur ein kleiner Teil davon soll früheren Angaben zufolge auf Personalkosten entfallen. Größere Einsparungen sollen bei Material- und Fixkosten erfolgen.

dpa