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Wachstum bleibt aus – Hoffnung auf Milliardenimpuls 2026

Nach zwei Rezessionsjahren kommt die deutsche Wirtschaft auch 2025 nicht in Fahrt. Mini-Wachstum zum Jahresauftakt, BIP-Rückgang im Frühjahr, Stagnation im Sommer. Die Hoffnung richtet sich auf 2026.

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Europas größte Volkswirtschaft wird nach Einschätzung von Volkswirten im laufenden Jahr allenfalls minimal wachsen. (Symbolbild)
Foto: Oliver Berg/dpa

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland verzögert sich weiterhin: Nach einem Rückgang im Frühjahr gab es auch im dritten Quartal kein Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt bestätigte.

Im vierten Quartal 2025 könnte die Wirtschaftsleistung bereits wieder leicht steigen, sodass Europas größte Volkswirtschaft im Gesamtjahr knapp an einem dritten Jahr ohne Wachstum vorbeischrammen würde. Ökonomen prognostizieren für das kommende Jahr das Ende der Flaute – auch aufgrund staatlicher Milliardeninvestitionen in Infrastruktur und Verteidigung.

Exporte schwächeln

Unternehmen haben im Zeitraum von Juli bis September zwar mehr in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge investiert, wie aus den neuesten Daten des Bundesamtes in Wiesbaden hervorgeht. Die Investitionen in Ausrüstungen stiegen im Vergleich zum Vorquartal um 1,1 Prozent.

Doch die Ausfuhren von Waren «Made in Germany» gingen um 0,7 Prozent zurück. Höhere US-Zölle belasten die Exportnation Deutschland. Auch das Geschäft auf dem chinesischen Markt läuft nicht mehr so gut.

«Die Konjunktur wurde im dritten Quartal von schwachen Exporten gebremst, während die Investitionen leicht zulegten», fasste die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, zusammen. 

Preissteigerungen bremsen Verbraucher

Die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen haben auch den privaten Konsum gebremst. Erstmals seit dem Schlussquartal 2023 ist der private Konsum im Vergleich zum Vorquartal gesunken (minus 0,3 Prozent), da Haushalte beispielsweise weniger Geld in der Gastronomie ausgegeben haben. Laut Umfragen planen viele Verbraucher sogar im normalerweise umsatzstarken Weihnachtsgeschäft kürzerzutreten. Viele Einzelhändler machen sich Sorgen um ihre wirtschaftliche Existenz.

Der Arbeitsmarkt steht bereits unter Druck. In Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie wurden innerhalb eines Jahres fast 50.000 Stellen abgebaut. Außerdem war die Herbstbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt schwach. Es wird erwartet, dass aufgrund saisonaler Gründe in den Wintermonaten Januar und Februar die Arbeitslosenzahl wieder auf über drei Millionen steigen wird.

dpa