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Wärmeplanung in deutschen Kommunen geht voran

Bis Mitte 2028 müssen alle Städte und Gemeinden in Deutschland einen Wärmeplan haben. Der Weg dahin ist nicht für alle Kommunen ein leichter. Vor welchen Herausforderungen sehen sie sich derzeit?

2028 müssen alle Kommunen in Deutschland einen Wärmeplan haben. (Archivbild)
Foto: Marijan Murat/dpa

Immer mehr Städte und Gemeinden in Deutschland setzen die gesetzlich geforderten Wärmepläne um. Laut einer aktuellen Befragung des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) ist die Anzahl der Kommunen, die sich in der Umsetzung befinden, im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. Gleichzeitig befinden sich weniger Kommunen noch in der Vorbereitungsphase.

Geplant ist, dass bis Ende Juni 2026 alle Großstädte in Deutschland Wärmepläne erstellt haben. Kleinere Städte und Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern haben bis Ende Juni 2028 Zeit. Laut einer Umfrage befinden sich rund die Hälfte der Kommunen in Deutschland – insbesondere die größeren Städte – in der Planungs- oder Durchführungsphase. Die Anforderungen an Städte und Gemeinden sind im Wärmeplanungsgesetz des Bundes festgelegt, das am 1. Januar 2024 in Kraft getreten ist.

Kommunikation als «zentraler Erfolgsfaktor»

Die kommunale Wärmeplanung ist von großer Bedeutung für bestehende Gebäude. Dadurch erhalten Hauseigentümer Klarheit darüber, ob sie beispielsweise an ein Fernwärmenetz angeschlossen werden sollen oder ob sie sich um eigene dezentrale Lösungen für eine neue Heizung kümmern sollten – wie zum Beispiel eine Wärmepumpe.

In der Planung und Durchführung sei für die Kommunen oft vor allem eines eine große Herausforderung: die Kommunikation mit allen Beteiligten. Und das, obwohl sie ein «zentraler Erfolgsfaktor» sei, so der KWW-Leiter, Robert Brückmann, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Alle Akteure frühzeitig an den Tisch zu holen, ist ein Garant für die erfolgreiche Durchführung der Wärmeplanung und einen guten Wärmeplan», sagte er. Außerdem schaffe gute Kommunikation die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung.

Das Kompetenzzentrum in Halle, Sachsen-Anhalt, ist ein Teil der Deutschen Energie-Agentur (dena) und hat die Aufgabe, die Kommunen bei der Erstellung ihrer Wärmepläne zu unterstützen.

Wärmeplan bringt große Fragen mit sich

Neben der Kommunikation gaben die befragten Kommunen an, dass sie sich mit fehlendem Personal und dem Mehraufwand für den Know-How-Aufbau durch die Planung kämpften, erklärte das KWW. «Wir sehen, dass die Kommunen oft wirklich stark gefordert sind. Wenn sie dann aber einmal drin sind, wird es leichter», sagte Brückmann. Und auch schon vor der Umsetzung des Wärmeplans ständen viele Kommunen vor großen Fragen – und damit großen Herausforderungen, etwa: Wie wird das Ganze eigentlich finanziert? Und wie informiere ich die Verbrauchenden und die Bürgerschaft dazu? 

«Ein Leuchtturm» in Sachen Wärmeplanung sei laut Brückmann die sachsen-anhaltische Stadt Halle, wo das KWW seinen Sitz hat. Hier zeige sich unter anderem, wie wichtig es ist, sämtliche Beteiligte in die Planung mit einzubinden – obwohl es das Wärmeplanungsgesetz nicht zwangsweise vorgibt. «Wir werben aber dafür, möglichst früh mit möglichst vielen Menschen zu sprechen. Dennoch gibt es bundesweit Fälle, da werden einzelne Akteure erst sehr spät einbezogen. Und stellen dann fest: Die Planung passt nicht.»

dpa