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Wärmepumpenhersteller erwarten Absatzanstieg ab 2025

Die Nachfrage steigt durch neue Heizungsförderung – Markt könnte um 33% wachsen, weitere Impulse möglich.

Die Wärmepumpenbranche ist zuversichtlich, dass die Absatzzahlen nach einem deutlichen Minus 2024 in diesem Jahr wieder steigen - eine weitere Förderung der Anlagen vorausgesetzt.
Foto: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn

Die Hersteller von Wärmepumpen erwarten nach einem Absatzeinbruch im vergangenen Jahr 2025 wieder deutlich mehr verkaufte Geräte. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) ist vor allem durch neue Zahlen zur Heizungsförderung optimistisch gestimmt, die im Februar 2024 gestartet wurde.

So habe es im vergangenen Jahr bereits mehr als 151.000 Förderzusagen nach dem Programm «Bundesförderung für effiziente Gebäude» (BEG) gegeben, davon allein gut 37.000 im Dezember. «Die BEG-Förderung beginnt endlich zu wirken», sagte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel in Berlin. Die Nachfrage und das Interesse an einer Förderung stiegen. Man erwarte daher, dass sich der Markt bei einer Fortsetzung und weiteren Bekanntmachung der Förderung bereits 2025 erholen werde.

Verband hält Absatzsteigerung um 33 Prozent für möglich 

Laut des Verbandes ist unter den aktuellen Bedingungen im laufenden Jahr ein Anstieg der Verkaufszahlen um 33 Prozent auf etwa 257.000 Geräte möglich. Falls zusätzliche Impulse wie beispielsweise Entlastungen beim Strompreis kämen, könnte sogar ein noch größeres Wachstum erreicht werden, betonte der BWP.

In den nächsten Jahren schließt der Verband sogar jährlich über 500.000 Geräte nicht aus. Bis 2030 seien insgesamt mehr als fünf Millionen installierte Geräte in Deutschland möglich. Die entsprechenden Kapazitäten hätten Industrie, Handwerk, Wohnungswirtschaft und weitere Branchen bei vier Wärmepumpengipfeln zugesichert, so der Bericht. Derzeit werden laut BWP in Deutschland rund 1,7 Millionen Wärmepumpen genutzt.

Eigentlich sollten jährlich 500.000 Wärmepumpen installiert werden

Eine halbe Million Wärmepumpen sollten ab 2024 eigentlich jährlich installiert werden, hatten Bundesregierung und Verbände sich 2022 vorgenommen. Nun steht fest: Im vergangenen Jahr waren es nur 193.000 – 46 Prozent weniger als im Rekordjahr 2023. Als Hauptgründe für den Rückgang sieht der Branchenverband eine mangelnde Bekanntheit der Heizungsförderung sowie Unsicherheiten rund um die kommunale Wärmeplanung.

Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) betont die Bedeutung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), das auch oft als Heizungsgesetz bezeichnet wird und seit Anfang 2024 in Kraft ist. Gemäß der aktuellen Fassung muss jede neu installierte Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Diese Vorschriften gelten jedoch zunächst nur für Neubauten in einem Neubaugebiet.

Heizungsbauer: GEG-Regeln werden oft als Zwang empfunden

«Neben der langwierigen und öffentlichen Debatte und der damit einhergehenden Verunsicherung der Verbraucher werden die komplexen Regelungen des Gesetzes von vielen Verbrauchern als Zwang empfunden», erklärte BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt laut einer Mitteilung. «Weiterhin führt die mit dem GEG verknüpfte kommunale Wärmeplanung dazu, dass die Menschen die Heizungsmodernisierung aufschieben und auf mögliche Angebote ihrer Kommune warten.» Der BDH will das Gesetz nicht abschaffen, fordert aber eine verständlichere Gestaltung. 

Auch die Wärmepumpenbranche will das Heizungsgesetz beibehalten. Es habe ein «Aufbruchssignal» für erneuerbare Energien gesetzt. «Die Diskussion über eine Rücknahme der Regelungen löst bei Industrie, Handwerk und Gebäudeeigentümern deshalb vor allem Irritation aus», sagte Sabel. «Wir schaffen das Heizungsgesetz der Ampel ab», formuliert etwa die CDU in ihrem Wahlprogramm. 

Die Branche kritisiert, dass die Diskussion zu einer unnötigen und schädlichen Zurückhaltung am Wärmemarkt führt. Die Lösungen sind bereits auf dem Markt verfügbar, Industrie und Handwerk haben sich bereits auf die Vorgaben eingestellt.

Wärmepumpenverband: Wärmewende als Chance erkennen

Mit Blick auf die Bundestagswahl rief der Verband die Politik dazu auf, «die Wärmewende als Chance zu erkennen». Mit dem Gebäudeenergiegesetz, dem Wärmeplanungsgesetz und den Förderprogrammen seien die Grundlagen für einen klimaneutralen Gebäudebestand gelegt worden, erläuterte der stellvertretende BWP-Vorstandsvorsitzende Klaus Ackermann. 

«Diese Strukturen sollten so lange aufrechterhalten werden, bis darauf aufbauend der Europäische Emissionshandel für Wärme und Verkehr wie geplant im Jahr 2027 eingeführt wurde», sagte Ackermann. Die Verwendung der Einnahmen daraus sollte frühzeitig geklärt und sozial gerecht gestaltet werden. Unter anderem solle damit der Strompreis weiter von Abgaben entlastet werden.

Der Verband erwartet von der neuen Bundesregierung Strompreissenkungen. Dies sei überfällig – auch als Anreiz zur Elektrifizierung. «Gebäudeeigentümer müssen klar erkennen können, dass der Ausbau der günstigen erneuerbaren Stromerzeugung tatsächlich zu sinkenden Verbraucherpreisen führt», sagte Sabel. Dafür sei vor allem eine Lösung bei den Netzentgelten notwendig, und die Stromsteuer müsse auf das europarechtlich zulässige Minimum gesenkt werden.

dpa